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Kultur und Zeitgeschichte „Wunde Stadt“ - Theater Magdeburg plant Stück zum Anschlag

Mit der nötigen Sensibilität und zugleich künstlerischer Freiheit will das Theater einen Beitrag leisten bei der Bearbeitung des traumatischen Ereignisses. Premiere ist am 23. Mai.

Von dpa 04.02.2026, 14:59
Das Stück soll am 23. Mai 2026 im Theater Magdeburg Premiere feiern. (Archivbild)
Das Stück soll am 23. Mai 2026 im Theater Magdeburg Premiere feiern. (Archivbild) Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa

Magdeburg - Das Theater Magdeburg setzt sich künstlerisch mit den Folgen des Anschlags auf dem Weihnachtsmarkt mit sechs Toten und mehr als 300 Verletzten auseinander und gibt dem Stück den Titel „Wunde Stadt“. Das Theater wolle einen Beitrag zur Bearbeitung des traumatischen Ereignisses leisten, so eine Sprecherin. Die Tat solle weder nachgespielt noch dem Täter eine Bühne geboten werden. Die Premiere ist für den 23. Mai geplant. Bislang liefen die Planungen unter dem Arbeitstitel „3 Minuten“ in Anlehnung an die kurze Dauer der Tat. 

„Der Autor Kevin Rittberger, der vom Theater mit dem Schreiben eines Textes beauftragt wurde, hat viele Menschen in Magdeburg, und teilweise auch außerhalb, getroffen und über das Jahr begleitet“, hieß es. „Der Fokus lag auf Menschen, die beschädigt worden sind und wieder ins Leben finden müssen.“ 

Und weiter: „Rittberger verknüpft seine Bestandsaufnahme mit weiteren Wunden der Stadt und wagt einen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft.“ Sebastian Nübling, einer der prägendsten Regisseure derzeit, werde den Text „mit der nötigen Sensibilität und künstlerischen Freiheit gleichermaßen auf die Bühne bringen“. 

Am 20. Dezember 2024 war ein damals 50 Jahre alter Mann aus Saudi-Arabien, der als Psychiater im Maßregelvollzug für psychisch kranke Straftäter arbeitete, mit einem Mietwagen über den Weihnachtsmarkt gerast. Fünf Frauen und ein neunjähriger Junge starben, mehr als 300 Menschen wurden teils schwerst verletzt. Der Prozess gegen Taleb al-Abdulmohsen läuft derzeit vor dem Landgericht Magdeburg. Er hat die Tat im Wesentlichen zugegeben.