Jugendschutz Wulff für Altersgrenzen in sozialen Medien
Alt-Bundespräsident Wulff fordert: Social Media erst ab 14 Jahren – und an Schulen komplett tabu. Australien macht es vor. Aber nicht alle sind für ein Verbot.

Hannover/Berlin - Alt-Bundespräsident Christian Wulff spricht sich bei der Nutzung sozialer Netzwerke für Altersbeschränkungen und weitere Verbote aus. „Es wäre richtig, wenn die Nutzung beispielsweise bis 14 Jahre und in Schulen grundsätzlich verboten wird“, sagte der 66-Jährige der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Der unbegrenzte Medienkonsum in sozialen Netzwerken richte unendlichen Schaden an.
Altersgrenzen für soziale Netzwerke werden in jüngster Zeit heiß diskutiert. Ein Grund dafür ist unter anderem, dass Australien vorangeht und als erstes Land entsprechende Regeln eingeführt hat. Im Dezember trat dort ein Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren in Kraft. Ziel ist es, junge Menschen vor Risiken wie Cybermobbing, problematischem Konsum und belastenden Inhalten zu schützen.
Thema bei CDU-Bundesparteitag
In Deutschland sprechen sich mehrere Stimmen aus der Regierungspartei CDU für Einschränkungen aus. Das Thema soll auch beim Bundesparteitag am 20. und 21. Februar in Stuttgart diskutiert werden. Der CDU-Landesverband Schleswig-Holstein hat dazu einen Antrag gestellt, der ein „gesetzliches Mindestalter von 16 Jahren für offene Plattformen“ fordert. Dies soll durch eine verpflichtende Altersüberprüfung begleitet werden. Auch in anderen Ländern werden Alterseinschränkungen für soziale Netzwerke diskutiert.
Kritisch hatte sich zu einem Verbot etwa das Deutsche Kinderhilfswerk geäußert. „Pauschale Verbote entmündigen Kinder und Jugendliche und stehen in krassem Widerspruch zu ihrem in der UN-Kinderrechtskonvention garantierten Recht auf digitale Teilhabe sowie den Aufbau von Medienkompetenz“, sagte Geschäftsführer Kai Hanke der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.
Spahn vergleicht Social-Media-Apps mit harter Droge
Zumeist werden Verbote auch damit begründet, dass soziale Netzwerke negative Auswirkungen auf junge Menschen haben. Unionsfraktionschef Jens Spahn sagte im September unter Berufung auf Hirnforscher, dass Apps wie Instagram und Tiktok das Belohnungssystem im Hirn in etwa so wie Heroin ansprechen würden.