Auszeichnung Wissen, Wärme, Werte – was Schüler an Lehrern begeistert
Manche Lehrerinnen und Lehrer machen die Schule zu einem Ort, an dem man nicht nur gerne lernt, sondern gerne ist. Zehn bekommen heute den Deutschen Lehrkräftepreis. Was macht sie aus?

Berlin - Wer die Schule hinter sich hat, denkt vielleicht mit gemischten Gefühlen an die vielen Jahre im Klassenzimmer. Aber ein, zwei Lehrerinnen und Lehrer bleiben fast jedem in Erinnerung. Was macht eine gute Lehrkraft aus? Und hat sich das verändert in Zeiten von Whiteboard, Tablet und Bildungskrise?
Schülerinnen und Schüler haben ihre Favoriten für den Deutschen Lehrkräftepreis des Deutschen Philologenverbands und der Heraeus Bildungsstiftung nominiert, der heute in Berlin an zehn Gewinnerinnen und Gewinner geht. Zehn Dinge, die sie an ihnen schätzen:
Kreativität und Innovationsgeist
Das und einiges mehr loben Schülerinnen und Schüler an Preisträger Steffen Haschler, Lehrer für Mathematik, Physik und Informatik am Gymnasium Englisches Institut in Heidelberg (Baden-Württemberg). Einer seiner Schützlinge schrieb: „Ohne Herrn Haschler wäre der Online-Unterricht während der Coronazeit wahrscheinlich lange nicht existent beziehungsweise katastrophal gewesen.“
Verständliche Wissensvermittlung
Damit beeindruckt Serhat Gökce von der Beruflichen Schule 9 in Nürnberg (Bayern). Er lehrt dort Kaufmännische Steuerung und Kontrolle (KSK). Seine Schüler sehen ihn, so schrieben sie es in ihrer Nominierung, „als den besten Lehrer unserer gesamten bisherigen Schullaufbahn“.
Energie und Leidenschaft
Die Englischlehrerin Fatma Kan von der Integrierten Sekundarschule Quinoa in Berlin ist für ihre Schülerinnen und Schüler ein „echtes Vorbild“, wie es in der Nominierung heißt. „Sie steckt uns mit ihrer Begeisterung an und zeigt uns, dass Lernen auch Spaß machen kann.“
Empathie
Mathematik und Latein lehrt Christin Altenkirch-Borchert an der Gesamtschule Voltaireschule Potsdam (Brandenburg), offenbar so, dass man mitkommt und gerne hingeht. Aus der Schülerschaft schrieb jemand: „Sie hat mich motiviert, gestärkt, begleitet. Und das mit einer Wärme, die ich nie vergessen werde.“
Gut zuhören
Das kann aus Sicht seiner Schülerinnen und Schüler Julian Lee vom Gymnasium Allermöhe in Hamburg. Er unterrichtet Englisch und Philosophie. Über ihn sagen sie: „Er war immer für uns da. Nicht kontrollierend, sondern begleitend.“
Persönlicher Einsatz
Das bringt Roland Struwe an der Eichendorffschule Kelkheim (Hessen), einer kooperativen Gesamtschule, in seinen Unterricht ein, wenn er Geschichte, Politik oder Wirtschaft lehrt. „Jede Stunde ist individuell vorbereitet, er geht auf Stärken und Schwächen seiner Schüler gezielt ein, fördert jede einzelne Stärke und Schwäche individuell“, heißt es über ihn.
Fairness und Respekt
Toni Fischer, Lehrer für Geografie, Geschichte und Sozialkunde an der Realschule Fritz Reuter in Demmin (Mecklenburg-Vorpommern) kennen sie dort als „außergewöhnliche Lehrkraft“ und als „Menschen, der Schule zu einem Ort macht, an dem man sich wohl und wertgeschätzt fühlt“.
Humor
Unterhaltsam darf Unterricht durchaus auch sein, so wie bei Dimitri Fromm von der Janusz Korczak-Gesamtschule in Gütersloh (Nordrhein-Westfalen). Er lehrt dort Mathematik und Physik, und es wirkt offenbar: „Ich habe zum ersten Mal überlegt, später vielleicht etwas in Richtung Technik oder Ingenieur zu machen.“
Exzellente Fachkenntnis
Simone Windhüs verbindet das in ihren Fächern Biologie und Mathematik am Landfermann-Gymnasium Duisburg (Nordrhein-Westfalen) mit Unterricht auf Augenhöhe, wie ihre Schülerinnen und Schüler meinen: „eine Mathelehrerin, die begeistert, bewegt und verbindet“.
Werte
Auch Philipp Limmer unterrichtet Mathe und dazu noch Geografie an der Zentralschule Adorf (Sachsen) und auch er wird geschätzt als besonders engagiert, nicht nur im Unterricht. „Heute, nachdem die Schule geschafft ist, bin ich überzeugt, den besten Lehrer gehabt zu haben, den man sich hätte wünschen können“, sagt eine oder einer über ihn.