Eis und Schnee Viele Unfälle wegen Glätte in Niedersachsen
Winterliche Verhältnisse sorgen in Niedersachsen und Bremen für glatte Straßen. 56 Verkehrsunfälle nahm die Polizei allein im Raum Oldenburg auf. Auch auf der A1 kracht es gleich mehrfach.

Hannover/Bremen - Schnee, Frost und Sturm haben in der Nacht in Niedersachsen und Bremen für gefährliche Straßenverhältnisse gesorgt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt auch für die kommenden Tage vor verbreiteter Glätte, Schneeschauern und teils schweren Sturmböen, insbesondere an der Nordsee und im Harz. In vielen Regionen kam es zu glättebedingten Verkehrsunfällen, meist blieb es bei Blechschäden, wie mehrere Leitstellen der Polizei mitteilten.
Nach Angaben des DWD wird Niedersachsen derzeit von kalter Luft aus nordwestlicher bis westlicher Richtung beeinflusst. Neben Frost mit Temperaturen bis minus sechs Grad im Binnenland traten zeitweise kräftige Schneeschauer auf. Besonders im Harz fielen teils bis zu 15 Zentimeter Neuschnee, in Staulagen auch mehr. An der Küste wurden stürmische Böen erwartet, örtlich waren sogar schwere Sturmböen möglich.
Zahlreiche Unfälle durch Glätte
Die winterlichen Straßenverhältnisse machten sich in der Nacht deutlich bemerkbar. Polizeileitstellen im ganzen Land berichteten von zahlreichen Glätteunfällen. Allein im Zuständigkeitsbereich der Polizeileitstelle Oldenburg wurden nach Polizeiangaben 56 glättebedingte Verkehrsunfälle gezählt, überwiegend mit Sachschäden.
Auf der spiegelglatten A1 im Landkreis Oldenburg geriet ein 61-Jähriger mit seinem Sattelzug zwischen der Anschlussstelle Groß Ippener und dem Dreieck Stuhr ins Schleudern, kollidierte mit einem Verkehrszeichen sowie den mittleren und äußeren Schutzplanken. Der querstehende Sattelzug blockierte die gesamte Fahrbahn. Angaben der Polizei zufolge entstand ein Schaden von rund 75.000 Euro, der Fahrer blieb unverletzt. Die Fahrbahn in Richtung Hamburg war für rund drei Stunden voll gesperrt.
Auf der A29 bei Oldenburg in Richtung Osnabrück kam ein Autofahrer am Freitagabend auf schneebedeckter Fahrbahn ins Schleudern und prallte gegen die Mittelschutzplanke, wie die Polizei Oldenburg mitteilte. Der Fahrer setzte seine Fahrt fort, ohne sich um den Schaden zu kümmern. Die Polizei ermittelt wegen Unfallflucht.
Viele Sachschäden, teils Leichtverletzte
Im Landkreis Schaumburg rutschten mehrere Fahrzeuge auf glatten Straßen von der Fahrbahn. Nach Polizeiangaben blieb es in Meerbeck und Stadthagen bei Sachschäden. Ein 19- sowie ein 24-jähriger Autofahrer kamen mit ihren Fahrzeugen jeweils witterungsbedingt von der Fahrbahn ab und kollidierten mit einer Hecke sowie einer Grundstücksmauer. Verletzt wurde dabei niemand. Auf der Abfahrt der B65 bei St. Annen in Stadthagen wurde ein Beifahrer eines Pkw bei einem Zusammenstoß mit der Leitplanke leicht verletzt.
Auch im Landkreis Leer, im Raum Emden sowie auf den Autobahnen 28 und 31 verloren mehrere Autofahrer auf winterglatten Fahrbahnen die Kontrolle über ihre Fahrzeuge. Dabei kam es zu Kollisionen mit Schutzplanken und Wildzäunen. In Emden überschlug sich ein Wagen und blieb auf dem Dach in einem Graben liegen – verletzt wurde niemand. Auch im Landkreis Diepholz kam es vermehrt zu Verkehrsunfällen, die auf witterungsbedingte Glätte zurückzuführen waren, wie die Polizei mitteilte.
Unfälle häufen sich auf der A1
Insgesamt 13 Unfälle ereigneten sich in Niedersachsen auf der A1. Es entstanden Schäden in Höhe von ungefähr 180.000 Euro, wie die Autobahnpolizei Ahlhorn mitteilte. Eine 36-Jährige krachte am Freitagabend zwischen dem Dreieck Ahlhorn und der Anschlussstelle Cloppenburg mit ihrem Auto gegen ein Verkehrszeichen. Die Frau kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus.
Kurz darauf geriet ein 39-Jähriger mit seinem Fahrzeug auf der A1 zwischen den Anschlussstellen Wildeshausen-West und dem Dreieck Ahlhorn auf eisglatter Fahrbahn ins Schleudern. Er sei zu schnell gefahren und sein Fahrzeug habe Sommerreifen gehabt, teilte die Polizei mit. Das Auto prallte demnach mit einem anderen Wagen zusammen, in dem die Fahrerin und eine 80 Jahre alte Beifahrerin leicht verletzt wurden.
Ebenfalls auf der A1 vor dem Dreieck Stuhr schleuderte ein 59-Jähriger mit seinem Auto in die Außenschutzplanke. Es entstand ein Schaden in Höhe von etwa 20.000 Euro.
Polizei und DWD warnen vor glatten Straßen
Die Polizei appellierte erneut an Verkehrsteilnehmer, ihre Geschwindigkeit den winterlichen Bedingungen anzupassen, ausreichend Abstand zu halten und besonders vorsichtig zu fahren. Laut DWD bleibt die Glättegefahr auch in den kommenden Tagen bestehen, da bei anhaltenden Schneeschauern und Temperaturen um den Gefrierpunkt weiterhin winterliche Straßenverhältnisse zu erwarten sind.