Champions League Trotz 0:2 gegen Inter: BVB spielt in den Playoffs
Borussia Dortmund und Inter Mailand liefern sich ein Duell auf Augenhöhe. Die Entscheidung fällt per Standardsituation. Nun richtet sich der Blick in die Schweiz.

Dortmund - Trainer Niko Kovac rang sich beim Abklatschen ein Lächeln ab, von der Südtribüne kam aufmunternder Applaus: Borussia Dortmund hat sich mit einem vermeidbaren 0:2 (0:0) gegen Inter Mailand aus der Ligaphase der Champions League verabschiedet. Nun droht in der Playoffs ein Duell mit Bayer Leverkusen.
„Wir haben zu wenig nach vorn gespielt, hatten zu wenig klare Torchancen. Inter hatte nicht viel bis auf den Freistoß, danach spielen sie das wie eine italienische Mannschaft runter“, sagte Nationalspieler Nico Schlotterbeck bei DAZN. Emre Can stellte klar: „Das war nicht unser bestes Spiel. Wir lassen trotzdem nicht viel zu. Am Ende hat Inter den reiferen Eindruck gemacht und verdient gewonnen.“
Weil die Borussia aus den Top-16 rutschte, müssen die Westfalen ihr Playoff-Rückspiel auswärts bestreiten. Vor 81.365 Zuschauern im ausverkauften Dortmunder Stadion stand der BVB hinten lange sicher, blieb vorne aber harmlos. Federico Dimarco erzielte in der 81. Minute die Führung für Inter, Andy Diouf (90.+4) erhöhte in der Nachspielzeit.
Die Playoffs werden am Freitag um 12.00 Uhr im Schweizerischen Nyon ausgelost. Neben Bayer ist Atalanta Bergamo der mögliche Gegner am 17./18. und 24./25. Februar. Im Achtelfinale würden dann Bayern München oder der FC Arsenal als Gegner infrage kommen.
Guirassy nutzt große Chance nicht
Weil in der BVB-Abwehr neben Niklas Süle auch Waldemar Anton wegen eines Infekts kurzfristig ausfiel, kam der 20 Jahre alte Filippo Mane in der Dreierkette zu seinem Champions-League-Debüt. Kovac hatte im ausgedünnten Kader zudem nur vier fitte Feldspieler für Einwechslungen zur Verfügung.
Seine elf Starter kamen gut in die Partie. Nach einem zu kurz abgewehrten Eckball hatte Serhou Guirassy die große Gelegenheit zur Führung. Dem Torjäger fiel der Ball acht Meter vor dem Tor vor die Füße. Völlig freistehend traf Guirassy das Spielgerät jedoch nicht richtig.
Dem Spiel fehlt Tempo
Auf der Gegenseite hatte Inter-Verteidiger Yann Aurel Bisseck, der im vergangenen Jahr erstmals für die deutsche Nationalmannschaft zum Einsatz kam, eine Doppelchance. Erst wurde sein Versuch geblockt, dann schoss er knapp am Tor vorbei.
Es entwickelte sich eine ausgeglichene und von Zweikämpfen geprägte Partie. Beide Mannschaften standen gut in der Abwehr. In der Offensive fehlten sowohl bei Dortmund als auch bei Inter Präzision und Tempo. In Umschaltsituationen rückte der BVB mehrfach nicht schnell genug nach und verschleppte das Spiel.
Guirassy bleibt harmlos
Nach dem Seitenwechsel passte die Borussia die Strategie an. Dortmund setzte die Gäste nun zumindest phasenweise früher unter Druck und erzielte einige hohe Ballgewinne. Ungenaue Abspiele und technische Fehler verhinderten jedoch, dass daraus große Torchancen resultierten.
Gut 20 Minuten vor dem Ende wechselte Kovac Nationalspieler Karim Adeyemi für den unglücklich agierenden Guirassy ein. Der 24-Jährige legte sich den Ball nach Zuspiel von Fábio Silva aber etwas zu weit vor und bekam ihn dann nicht mehr am früheren Bayern-Torwart Yann Sommer vorbei. Auf der Gegenseite entschied Inter die Partie mit einer Standardsituation. Kapitän Dimarco traf sehenswert per Freistoß. Weit in der Nachspielzeit machte Diouf nach einem Solo alles klar.