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Vor den Winterspielen Sportinstitute bauen Basis für Medaillenhoffnungen

Zwei Institute stellen für Athleten die wissenschaftliche Basis für Erfolge. Doch mögliche finanzielle Einbußen bedrohen optimistische Aussichten auf kommende Großereignisse.

Von dpa 21.01.2026, 15:02
Skeleton-Bundestrainer Christian Baude freut sich auf die neuen Schlitten für Olympia. (Archivbild)
Skeleton-Bundestrainer Christian Baude freut sich auf die neuen Schlitten für Olympia. (Archivbild) Robert Michael/dpa

Berlin - Nicht nur die deutschen Athleten hoffen auf Erfolge bei den Olympischen und Paralympischen Spielen in Mailand und Cortina, auch für zwei wissenschaftliche Institute wird das Abschneiden der Sportler zum Gradmesser. „Die Winterspiele sind ein Grund, sehr erfolgreich zu sein. Wir wollen die im Wintersport führende Position halten“, sagte Michael Nitsch, Direktor des Institutes für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) 16 Tage vor der Eröffnungsfeier. Gemeinsam mit dem Institut für angewandte Trainingswissenschaft (IAT) sollen die Sportler bestmöglich ausgestattet das Großereignis angehen können.

Über 100 Mitarbeiter im Institut und an der Strecke

Fünf Olympische Sportverbände in neun Sportarten sowie erstmals ein Para-Verband erhalten die Unterstützung der in Berlin und Leipzig ansässigen Einrichtungen. Während das IAT Wettbewerbsvorteile für die deutschen Athleten und Trainer schaffen möchte, steuern die knapp über 100 Mitarbeiter im FES das jeweilige optimierte Sportgerät in Treptow-Köpenick hinzu – für die Winterspiele vom Bob über den Schlitten beim Rodeln oder Skeleton, Anzüge und Kufen für Eisschnellläufer oder Sitzschalen für den Para-Ski. 

„Für mich ist es sehr wichtig, das FES an meiner Seite zu haben. Sie sind Dominator, das liegt auch am Material und dem FES-Team“, sagte Bob-Olympiasiegerin Lisa Buckwitz, die vom FES einen eigenen Schlitten erhalten hat.

Neue Schlitten für die Skeletonis

Dabei werden die Sportler nicht nur mit Material und Trainingsplänen ausgestattet, die Ingenieure stehen bei den Wettbewerben auch an der Strecke und können Veränderungen vornehmen. Innerhalb des olympischen Zyklus wurde an den Trainingsinhalten und Sportgeräten gearbeitet. 

So werden die Skeletonis bei Olympia „im besten Fall von Kopf bis Fuß neu dastehen“, sagte Bundestrainer Christian Baude. Neue Schlitten werden noch vor den Spielen getestet, kommen dann aber erstmals bei den Olympischen Rennen zum Einsatz. Eine Taktik, die bei den Olympischen Spielen in Peking bereits aufgegangen war. Zwei Goldmedaillen und eine silberne waren die Ausbeute in den zwei Wettbewerben.

Hochleistungssport Katalysator für die Gesellschaft

Düstere Wolken tauchen aber auch bei den Medaillenschmieden auf aufgrund unsicherer Fördersummen durch die Bundesregierung, die laut Nitsch Kürzungen bei Leistung und Personal nach sich ziehen würden: „Dann wird die Medaillenzahl weiter sinken.“ 

Dabei sieht Nitsch, der das FES seit sieben Jahren leitet, gerade im Spitzensport einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. „Hochleistungssport ist ein Katalysator für die Gesellschaft. Das Erleben von sportlichen Höchstleistungen führt dazu, dass sich die Leute die Turnschuhe anziehen“, verweist der Institutsleiter auf die Vorbildfunktion deutscher Medaillengewinner, die im Wettbewerb mit den sozialen Medien als Idole eingesetzt werden können: „Die junge Leute sollen Sport machen und nicht an den Monitoren die Zeit verbringen. Wir können Erfolgserlebnisse für Menschen schaffen.“