Koalition SPD und CDU wollen „Bildungsland“ Brandenburg
Lehrermangel und schlechte Ergebnisse bei Vergleichsstudien: Bisher gab es viel Kritik an der Bildung in Brandenburg. Die geplante Koalition will Schule und Kita stärker in den Fokus nehmen.

Potsdam - Die geplante Koalition aus SPD und CDU will die Bildung deutlich stärken. Es gehe darum, die gesamte Bildungsbiografie von der Kita über Schule, berufliche Bildung und Hochschule bis zur Weiterbildung zu verbessern, hieß es im Koalitionsvertrag, den beide Parteien vorgestellt haben. „Wir wollen Brandenburg zu einem Bildungsland entwickeln.“
Eine Deutschstunde mehr
SPD und CDU wollen eine zusätzliche Deutschstunde an der Grundschule einführen, heißt es im Vertrag. Die „Schreib- und Lesepraxis“ solle in allen Fächern ausgeweitet werden. Ein Kernpunkt ist zudem die Personalausstattung. Insgesamt 250 neue Lehrerstellen plant die künftige Koalition zusätzlich. Im Kitabereich wollen beide Parteien einen Fokus auf die Bewegungsförderung bei der Ausbildung der Erzieher legen. Die Neuordnung der Kita-Finanzierung soll bestehen bleiben. Schule, Hort und Kita sollen beim Datenaustausch enger zusammenrücken.
Ausstieg aus Rahmenlehrplan mit Berlin
Die Frage der Bildung sei die „Zukunftsfrage des Landes“, sagte CDU-Generalsekretär Gordon Hoffmann. Es gehe nicht nur um mehr Lehrkräfte, sondern auch darum, was „die Lehrkräfte eigentlich machen“. Man wolle deshalb einen landeseigenen Lehrplan erstellen und aus dem Rahmenlehrplan mit Berlin aussteigen. Es gehe in der Schule darum, „Basiskompetenzen“ zu stärken, sagte Hoffmann. An der Schule solle das gelehrt werden, was die Schüler „für das weitere Leben brauchen“.
Das Bildungsressort geht nach mehr als 30 Jahren künftig von der SPD an die CDU. Brandenburg leidet unter Lehrkräftemangel. Zuletzt wurde die Zahl der Lehrerstellen im Haushalt 2025 um 345 Vollzeitstellen verringert. Lehrerinnen und Lehrer sollen außerdem eine Stunde pro Woche mehr unterrichten. Das führte zu viel Kritik. Bei länderübergreifenden Bildungstest wie der Pisa-Studie schnitt Brandenburg in der Vergangenheit mit schlechten Ergebnissen ab. Die Parteigremien müssen dem Koalitionsvertrag noch zustimmen.