Sachsen-Anhalt SPD-Innenexperte Rüdiger Erben mit 58 Jahren gestorben
Rüdiger Erben prägte die Innenpolitik in Sachsen-Anhalt über viele Jahre. Nun ist der SPD-Politiker mit 58 Jahren überraschend gestorben.

Magdeburg - Der SPD-Innenexperte Rüdiger Erben ist tot. Der parlamentarische Geschäftsführer der sachsen-anhaltischen SPD-Landtagsfraktion ist am Mittwoch überraschend verstorben, wie ein Sprecher der Fraktion der Deutschen Presse-Agentur sagte. Erben wurde 58 Jahre alt.
„Für uns alle ist das unfassbar. Er wird uns in vielen Bereichen als Freund und Kollege fehlen“, teilte die Landtagsfraktion mit. Als parlamentarischer Geschäftsführer habe er für Struktur und Ordnung gesorgt. „Er hielt Dinge zusammen, ohne sie an sich zu ziehen. Viele Prozesse trugen seine Handschrift, ohne dass er sich selbst in den Vordergrund stellte.“
Erben hat sich in Sachsen-Anhalt in der Kommunal- und in der Landespolitik in verschiedenen Ämtern parteiübergreifend Respekt erworben. So war er von 2001 bis 2006 Landrat im damaligen Landkreis Weißenfels, anschließend war er fünf Jahre Staatssekretär im Innenministerium.
Ruf als Innenexperte erarbeitet
2011 wurde Erben Landtagsabgeordneter, seit 2016 war er parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion. In dieser Funktion arbeiten Politiker eng mit dem Fraktionsvorsitzenden zusammen und bereiten etwa die Plenarsitzungen vor.
Erben hat sich einen Ruf als Innenexperte erarbeitet. Er kümmerte sich besonders um die Themen Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr. Zudem wirkte er im parlamentarischen Untersuchungsausschuss mit, der den Anschlag in Magdeburg aufarbeitet. Dort stellte er an die Zeugen immer wieder kritische Fragen, um Schlussfolgerungen für die Zukunft ziehen zu können.
Erben war auch ehrenamtlich aktiv
Die Sozialdemokraten wollen am Samstag ihre Landesliste für die Landtagswahl im September aufstellen. Erben war für Platz sieben vorgesehen. Welche Auswirkungen Erbens Tod auf den Prozess hat, war zunächst unklar.
Neben seiner politischen Arbeit engagierte sich Erben auch ehrenamtlich, unter anderem als Landesvorsitzender des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Er war verheiratet und hinterlässt zwei erwachsene Söhne.