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Silvester Silvesternacht in Brandenburg: Mehrere Verletzte und Brände

Feuerwerksreste im Müll, Balkone in Flammen: Warum die Polizei in Brandenburg trotzdem von einer recht entspannten Silvesternacht spricht.

Von dpa Aktualisiert: 01.01.2026, 16:38
In diesem Jahr gab es nach Einschätzung von Polizei und Krankenhäusern weniger Verletzte durch Böller und Raketen in Brandenburg.
In diesem Jahr gab es nach Einschätzung von Polizei und Krankenhäusern weniger Verletzte durch Böller und Raketen in Brandenburg. Oliver von Riegen/-/dpa

Potsdam - Brandenburg ist vergleichsweise ruhig ins neue Jahr gestartet - dennoch haben Böller und Raketen auch dort für mehrere Verletzte und Brände gesorgt. Die Polizei zählte nach eigenen Angaben eine niedrige zweistellige Zahl von Verletzten durch Böller und Raketen.

„Es war wesentlich ruhiger als im vergangenen Jahr“, sagte Polizeisprecher Daniel Keip. Tote oder Schwerverletzte habe es nicht gegeben. Bei zwei Polizeieinsätzen hätten Menschen Widerstand gegen Beamte geleistet, die aber nicht verletzt worden seien. Die Polizei verzeichnete nach eigenen Angaben Verstöße durch Pyrotechnik, Körperverletzungen, Ruhestörungen und mehrere kleinere Brände.

Verletzungen an Händen und Augen

Die Feuerwehr und der Rettungsdienst in Potsdam zählten innerhalb von 24 Stunden 122 Einsätze. Im Klinikum Ernst von Bergmann, dem größten Krankenhaus in Potsdam, wurden 27 Menschen behandelt. Darunter seien sechs Menschen mit Verletzungen an den Händen durch Feuerwerk gewesen, acht Personen hätten Augenverletzungen erlitten, teilte das Klinikum mit. In der Kinder-Notaufnahme seien am Neujahrsmorgen 12 Kinder und Jugendliche behandelt worden. Die Silvesternacht sei aber insgesamt ruhiger als üblich verlaufen.

Die Medizinische Universität Lausitz in Cottbus behandelte Verletzungen durch Böller an der Hand, an Gesicht und Finger sowie Rauchgasvergiftungen. Auch die Klinik in Cottbus erklärte, es habe weniger Verletzungen durch Feuerwerkskörper als im Jahr 2024 gegeben.

Fünf Verletzte bei Balkon- und Wohnungsbrand

Bei einem Wohnungsbrand wurden in Cottbus am frühen Neujahrsmorgen fünf Menschen verletzt. Ein Balkon im zweiten Stock eines Mehrfamilienhauses im Stadtteil Mitte geriet in Brand, berichtete die Stadt. Die Flammen hätten auf die Wohnung einer Frau übergegriffen, die zu dem Zeitpunkt darin war. Ein Nachbar oder eine Nachbarin konnte die Frau retten, bevor die Feuerwehr eintraf. Insgesamt kamen fünf Menschen wegen einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus.

Zwei Frauen wurden in Bad Liebenwerda (Landkreis Elbe-Elster) vermutlich wegen einer fehlgeleiteten Feuerwerksrakete verletzt. Bei einer 18-jährigen Frau geriet das Haar teils in Brand, berichtete die Polizei. Eine 48-jährige Frau habe ein Knalltraum erlitten. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Feuerwerkskörper schossen in alle Richtungen

In Prenzlau (Uckermark) eskalierte ein Streit zweier Männer in der Silvesternacht. Einer von ihnen habe eine Fackel auf noch nicht gezündete Feuerwerkskörper und Raketen geworfen, berichtete die Polizei. Die Feuerwerkskörper seien in alle Himmelsrichtungen geschossen, die Glasscheibe einer Haustür eines Mehrfamilienhauses in der Nähe sei zerbrochen.

In Potsdam-Babelsberg beschoss ein 22-jähriger Mann am frühen Neujahrsmorgen laut Polizei eine Gruppe von Beamten mit Pyrotechnik. Drei Polizisten seien getroffen, aber nicht verletzt worden. Der 22-Jährige wollte flüchten, wurde aber von der Polizei gefasst und erhielt einen Platzverweis.

Balkone in Flammen

In Kyritz (Ostprignitz-Ruppin) mussten 14 Bewohnerinnen und Bewohner in der Silvesternacht ein Mehrfamilienhaus verlassen, weil ein Balkon in Flammen stand. Die zugehörige Wohnung sei nicht mehr bewohnbar, die Mieter seien bei Bekannten untergekommen.

In Strausberg wurde ein Anwohner am Silvesterabend leicht verletzt, als ein Balkon brannte. In Hönow (beide Märkisch-Oderland) geriet laut Polizei ein Balkon in Brand, die Flammen waren vermutlich von zurückgelassenen Feuerwerkskörpern verursacht worden.

Feuerwerksbatterie zu früh entsorgt

In Fünfeichen bei Schlaubetal (Oder-Spree) entsorgte ein Mann am Neujahrsmorgen die Reste einer Feuerwerksbatterie in der Mülltonne. Die Batterie war aber der Polizei zufolge noch nicht abgekühlt - und die Tonne geriet in Brand. Das Feuer griff auf einen Carport und ein angrenzendes Garagendach über. Zwei Männer erlitten eine Rauchvergiftung und einen Schock.

Tödliche Verletzung vor einem Jahr

Vor einem Jahr war in Brandenburg ein 21-jähriger Mann in Kremmen im Landkreis Oberhavel beim Abfeuern einer Silvesterrakete tödlich verletzt worden. Auch an anderen Orten in Brandenburg hatte es in der Silvesternacht schwere Unfälle mit Pyrotechnik gegeben. In Potsdam-Babelsberg war es in einer Menschenmenge von rund 100 Personen zu Angriffen auf die Polizei gekommen.