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Wintereinbruch Schnee behindert Bahn- und Straßenverkehr im Nordwesten

Vorsicht im Verkehr, Spaß für Sportler: Welche Auswirkungen der Wintereinbruch in der Region hat.

Von dpa 04.01.2026, 14:59
Raumfahrzeuge sind im Dauereinsatz.
Raumfahrzeuge sind im Dauereinsatz. Julian Stratenschulte/dpa

Hannover/Bremen - Bei Schnee, Frost und Glätte ist es am Wochenende zu Chaos im Straßen- und Bahnverkehr in Niedersachsen und Bremen gekommen. In vielen Regionen gab es Unfälle bei Glätte, laut Polizei blieb es meist bei Blechschäden. Bahnen hatten Verspätungen, Busse fuhren nicht. 

Während der Schnee Verkehrsteilnehmern einiges abverlangte, machte er Wintersportlern große Freude. Im Harz drängten sich Skifahrer und Rodler, in Niedersachsen und Bremen holten viele Kinder ihre Schlitten aus dem Keller.

Zahlreiche Unfälle durch Glätte

Leitstellen in beiden Bundesländern berichteten von Hunderten Unfällen auf schneebedeckten und glatten Straßen. Allein in Bremen verzeichnete die Polizei bis zum Morgen knapp 100 wetterbedingte Unfälle. „Meist handelte es sich dabei um Auffahrunfälle oder die Autos rutschen in geparkte Fahrzeuge am Straßenrand“, teilten die Beamten mit. 

Auf der Autobahn 27 im Bremer Norden kam ein Transporter der Feuerwehr von der schneebedeckten Fahrbahn ab. Bei einem Überholvorgang rutschte der Wagen in den Straßengraben, kippte auf die Beifahrerseite und beschädigte einen Wildzaun. Der 36 Jahre alte Fahrer blieb unverletzt. Während der Bergung des Transporters mit einem Kran war die Autobahn mehr als eine Stunde lang komplett gesperrt.

Ebenfalls auf der Autobahn 27 im Kreis Osterholz geriet ein 23-Jähriger am frühen Samstagmorgen auf schneenasser Straße ins Schleudern und prallte gegen Leitschutzplanken. Ähnliche Unfälle ereigneten sich auf den Autobahnen 7, 28, 29 und 31, dabei verloren mehrere Fahrer auf glatten und schneebedeckten Fahrbahnen die Kontrolle über ihre Fahrzeuge. Alle Unfälle endeten glimpflich.

Fahrzeuge schlittern über Autobahn 1

Insbesondere auf der Autobahn 1 gerieten zahlreiche Wagen ins Schleudern. „Es blieb glücklicherweise bei Blechschäden“, teilte die Autobahnpolizei Ahlhorn mit, die zwischen Samstag- und Sonntagmorgen zehn Unfälle in der Region registrierte. Am Samstagnachmittag geriet ein 33-Jähriger mit seinem Wagen ins Schleudern und prallte zweimal gegen eine Schutzplanke. Das Auto wurde abgeschleppt. Zwei Ersthelferinnen brachten den Fahrer, seine 30 Jahre alte Beifahrerin und deren einjährigen Sohn sicherheitshalber in ein Krankenhaus.

In der Nacht blockierte ein querstehender Lastwagen mit Anhänger teilweise die Autobahn 1 vor der Anschlussstelle Vechta. Der 61 Jahre alte Fahrer blieb unverletzt, nach drei Stunden war die Fahrbahn wieder frei.

Ein ähnlicher Unfall ereignete sich in der Nacht auf Samstag auf der Autobahn 1 im Landkreis Oldenburg: Ein Fahrer geriet mit seinem Sattelzug ins Schleudern und blockierte stundenlang die Fahrbahn Richtung Hamburg. Dem 61-Jährigen passierte nichts. Schon am Freitagabend ereigneten sich auf der Strecke mehrere wetterbedingte Unfälle.

Autos überschlagen sich, Bäume stürzen um

Auch auf Bundes- und Landstraßen behinderten Schneefälle den Verkehr. Die Polizei im Kreis Harburg meldete 70 Glätteunfälle am Wochenende, ihre Kollegen im Raum Wilhelmshaven mehr als 40 wetterbedingte Unfälle. 

Im Landkreis Gifhorn überschlugen sich zwei Autos, die Insassen wurden leicht verletzt und konnten sich selbst befreien. Auch im Landkreis Diepholz blieb in der Nacht ein Wagen auf dem Dach liegen, der Fahrer wurde leicht verletzt. 

Mehrere Verkehrsteilnehmer verloren die Kontrolle über ihr Auto und prallten gegen Bäume am Straßenrand, einige wurden dabei leicht verletzt. Äste brachen unter der Schneelast ab und behinderten Straßen. In Küstennähe war der Wind am Samstagabend so stark, dass Bäume umstürzten. An der Wurster Nordseeküste fielen Teile eines Baums auf ein fahrendes Auto. Der 37 Jahre alte Fahrer kam daraufhin von der Straße ab und landete mit seinem Wagen in einem Graben. Er und ein weiterer Mensch kamen leicht verletzt in ein Krankenhaus.

Weniger Glück hatte ein mutmaßlich betrunkener E-Scooter-Fahrer in Rhauderfehn (Landkreis Leer): Der 27-Jährige stürzte bei Schneeglätte und zog sich laut Polizei schwere Kopfverletzungen zu. Er kam zur Behandlung in ein Krankenhaus.

Verspätungen und Ausfälle bei Bus und Bahn

Der Wintereinbruch sorgt auch für Ausfälle und Verspätungen im Bus- und Bahnverkehr. Einzelne ICE-Züge auf der Strecke Köln-Hannover-Berlin und der Verbindung zwischen Oldenburg, Bremen, Hannover bis nach Karlsruhe könnten immer wieder ausfallen oder sich verspäten, teilte die Deutsche Bahn am Sonntag mit. Das Eisenbahnunternehmen Metronom warnte ebenfalls vor Zugausfällen und Verspätungen. Besonders betroffen sind demnach die Strecken Bremen-Hamburg und Hamburg-Uelzen.

In der Landeshauptstadt Hannover standen am Sonntagvormittag alle Busse still. Der Betrieb lief laut Betreiber erst am Nachmittag langsam wieder an. In Oldenburg wurde der Busverkehr ebenfalls witterungsbedingt zunächst am Samstagnachmittag eingestellt. Am Vormittag rollten dann wieder die ersten Busse.

Ansturm auf Wintersportorte

Während Reisende bei dem Wetter viel Geduld brauchten, freuten sich Wintersportler über den Schnee. Viele waren bereits morgens mit Ski und Snowboard auf den Pisten im Harz unterwegs, vor den Liften bildeten sich lange Schlangen. Einige Betriebe öffneten zum ersten Mal in der Saison, so etwa auf dem Matthias-Schmidt-Berg in Sankt Andreasberg (Landkreis Goslar) und auf dem Bocksberg in Hahnenklee.

Der Ansturm auf die Wintersportgebiete war am Sonntag so groß, dass die Parkplätze im Oberharz völlig überfüllt waren. Die Polizei empfahl Besuchern, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder an einem anderen Tag anzureisen.

Polizei und DWD warnen vor glatten Straßen

Auch in den kommenden Tagen sorgt polare Meeresluft weiter für unbeständiges Winterwetter. Laut Deutschem Wetterdienst bleibt es glatt bei anhaltenden Schneeschauern und Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Die Polizei appelliert an Verkehrsteilnehmer, ihre Fahrzeuge vor dem Losfahren komplett von Eis und Schnee zu befreien. Sie sollen ihre Geschwindigkeit den winterlichen Bedingungen anpassen, ausreichend Abstand halten und besonders vorsichtig fahren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schnee, Frost und Sturm haben in der Nacht in Niedersachsen und Bremen für gefährliche Straßenverhältnisse gesorgt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt auch für die kommenden Tage vor verbreiteter Glätte, Schneeschauern und teils schweren Sturmböen, insbesondere an der Nordsee und im Harz. In vielen Regionen kam es zu glättebedingten Verkehrsunfällen, meist blieb es bei Blechschäden, wie mehrere Leitstellen der Polizei mitteilten.

Nach Angaben des DWD wird Niedersachsen derzeit von kalter Luft aus nordwestlicher bis westlicher Richtung beeinflusst. Neben Frost mit Temperaturen bis minus sechs Grad im Binnenland traten zeitweise kräftige Schneeschauer auf. Besonders im Harz fielen teils bis zu 15 Zentimeter Neuschnee, in Staulagen auch mehr. An der Küste wurden stürmische Böen erwartet, örtlich waren sogar schwere Sturmböen möglich.

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Viele Sachschäden, teils Leichtverletzte

Im Landkreis Schaumburg rutschten mehrere Fahrzeuge auf glatten Straßen von der Fahrbahn. Nach Polizeiangaben blieb es in Meerbeck und Stadthagen bei Sachschäden. Ein 19- sowie ein 24-jähriger Autofahrer kamen mit ihren Fahrzeugen jeweils witterungsbedingt von der Fahrbahn ab und kollidierten mit einer Hecke sowie einer Grundstücksmauer. Verletzt wurde dabei niemand. Auf der Abfahrt der B65 bei St. Annen in Stadthagen wurde ein Beifahrer eines Pkw bei einem Zusammenstoß mit der Leitplanke leicht verletzt.

Auch im Landkreis Leer, im Raum Emden sowie auf den Autobahnen 28 und 31 verloren mehrere Autofahrer auf winterglatten Fahrbahnen die Kontrolle über ihre Fahrzeuge. Dabei kam es zu Kollisionen mit Schutzplanken und Wildzäunen. In Emden überschlug sich ein Wagen und blieb auf dem Dach in einem Graben liegen – verletzt wurde niemand. Auch im Landkreis Diepholz kam es vermehrt zu Verkehrsunfällen, die auf witterungsbedingte Glätte zurückzuführen waren, wie die Polizei mitteilte.