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Neujahr Polizei in Sachsen mit Flaschen und Pyrotechnik attackiert

Feuer und fliegende Böller: Zwischenfälle gab es nicht nur im für Ausschreitungen bekannten Leipzig. Auch weitere Städte waren betroffen.

Von dpa Aktualisiert: 01.01.2026, 16:28
In Leipzig-Connewitz brennt Unrat auf der Straße.
In Leipzig-Connewitz brennt Unrat auf der Straße. Sebastian Willnow/dpa

Leipzig - Es flogen Böller, Steine und Flaschen in Richtung Polizei und Rettungskräfte: In der Silvesternacht sind in Leipzig, Freiberg und Hoyerswerda mehrfach Einsatzkräfte angegriffen worden. Innenminister Armin Schuster (CDU) verurteilte die Angriffe. „Die völlig anstandslosen Angriffe auf die Einsatzkräfte werden wir konsequent verfolgen“, sagte er laut einer Mitteilung. Es sei eine einsatzreiche Silvesternacht gewesen.

Die meisten Angriffe wurden aus Leipzig gemeldet. Noch vor Mitternacht wurde etwa die Feuerwehr im Stadtteil Grünau derart massiv attackiert, dass sie ihren Einsatz unterbrechen und sich zurückziehen musste, wie die Polizei mitteilte. Die herbeigerufene Polizei umstellte demnach die etwa 20 Angreifer vor Ort. Gegen sie laufen Ermittlungen wegen eines Landfriedensbruchs.

Polizistin nach Steinwürfen verletzt

In dem für Ausschreitungen bekannten Stadtteil Connewitz wurde kurz nach Mitternacht eine 25-jährige Beamtin leicht verletzt, als nach Angaben der Polizei aus einer Gruppe von 30 bis 40 Personen heraus Steine, Pyrotechnik und Farbgläser in Richtung von Polizeifahrzeugen und Bereitschaftspolizisten geworfen wurden. Die Polizei ermittelt wegen des Anfangsverdachts eines Landfriedensbruchs.

Ein Feuerwehrmann erlitt demnach ein Knalltrauma bei einem weiteren Angriff mit Flaschen und Pyrotechnik bei Löscharbeiten einer Barrikade im Leipziger Süden. Auch ein Fahrzeug der Polizei wurde dabei beschädigt. Die Beamten nahmen eine Strafanzeige wegen Landfriedensbruchs auf. Kurz zuvor waren den Angaben zufolge Polizisten mit Pyrotechnik beworfen worden, die Erste-Hilfe-Maßnahmen des Rettungsdienstes absicherten. 

Die Angriffe seien nicht zu rechtfertigen, sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) laut einer Mitteilung. Er forderte eine deutliche und unmissverständliche Antwort des Rechtsstaats. „Und auch der Gesetzgeber muss sich fragen lassen, ob er einer ungezügelten Böllerei, bei der sich jedes Jahr Menschen schwer verletzen, weiter tatenlos zuschauen möchte.“

Vorbeifahrender Streifenwagen beschossen

Zwei weitere Angriffe gab es in Freiberg. Dort beschoss laut Polizei ein 19-Jähriger kurz vor Mitternacht einen vorbeifahrenden Streifenwagen mit offenbar illegaler Pyrotechnik. Diese explodierte an der zum Teil geöffneten Beifahrerseitenscheibe des Autos direkt neben dem Kopf einer 23-jährigen Polizistin, die ersten Erkenntnissen zufolge unverletzt blieb. 

Die Beamten verfolgten den Mann bis in seine Wohnung und nahmen ihn zur Verhinderung weiterer Straftaten für einige Stunden in Gewahrsam. Gegen den jungen Mann ermittelt die Polizei wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte sowie gefährlicher Körperverletzung.

Etwas später feuerte ein 22-Jähriger eine Rakete gezielt in Richtung von Polizisten. Diese explodierte zwischen den sieben Beamten und deren Fahrzeugen. Verletzt wurde niemand. Der Mann versuchte zu entkommen, wurde aber festgehalten. Bei ihm wurden zusätzlich illegale Böller gefunden. Es wird wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte sowie Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt.

Gruppe bewirft sich mit Feuerwerk

Auch in Hoyerswerda kam es zu einem Angriff. Die Beamten waren um 1.00 Uhr zu einem Einsatz am Lausitzer Platz gerufen worden, wo sich laut Zeugenhinweisen eine Gruppe von etwa 30 Personen gegenseitig mit Feuerwerkskörpern bewarf, wie die Polizei mitteilte. Als ein Streifenwagen vor Ort eintraf, sei er aus der Gruppe heraus mit Pyrotechnik beschossen worden. Die Geschosse verfehlten die Einsatzkräfte.

Die Gruppe flüchtete. Die Polizei stellte einen 20-jährigen Verdächtigen, der die Beamten beleidigte und bedrohte. Ein Atemalkoholtest bei dem jungen Mann ergab einen Wert von 1,2 Promille.