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Lebensmittel Nordzucker befürchtet trotz stabiler Kampagne hohe Verluste

Nordzucker rechnet trotz stabiler Ernte- und Verarbeitungsphase mit Verlusten. Eine Trendwende sieht das Management vorerst nicht.

Von dpa 15.01.2026, 13:06
Der Nordzucker ist der Kampagne zufrieden, kämpft aber mit niedrigen Weltmarktpreisen. (Archivbild)
Der Nordzucker ist der Kampagne zufrieden, kämpft aber mit niedrigen Weltmarktpreisen. (Archivbild) Julian Stratenschulte/dpa

Braunschweig - Der Zuckerproduzent Nordzucker bezeichnet die Rübenkampagne als stabil, befürchtet für das Geschäftsjahr aber höhere Verluste. Konzernweit seien erneut deutlich überdurchschnittliche Rübenerträge verzeichnet worden, teilte das Unternehmen mit Sitz im niedersächsischen Braunschweig mit. Vorteilhafte Witterungsbedingungen sowie ein überdurchschnittlicher Zuckergehalt steigerten demnach die produzierte Zuckermenge.

Als Kampagne wird die für Zuckerproduzenten wichtigste Phase des Jahres bezeichnet, in der die Rüben geerntet und in den Fabriken verarbeitet werden. Bis Ende 2025 profitierte das Unternehmen nach eigenen Angaben von günstigen Witterungsverhältnissen, die für eine reibungslose Lagerung und Transport der Rüben sorgten. Zuletzt hätten Glätte und Schnee die Rübenlogistik in Deutschland herausgefordert, hieß es weiter. 

Weltmarktpreis auf niedrigstem Stand seit 2021 

Die Weltmarktpreise für Zucker sind nach Konzernangaben seit Mai 2025 deutlich auf den niedrigsten Stand seit 2021 gefallen. Aufgrund weiterer schwieriger Marktentwicklungen wie Zöllen und Wechselkursschwankungen rechnet Nordzucker im laufenden Geschäftsjahr mit einem operativen Verlust im hohen zweistelligen Millionenbereich und mit einem deutlich schlechteren Ergebnis als erwartet. 

Ende September war das Unternehmen von einem negativen Ergebnis im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich ausgegangen. Da eine deutliche Preiserholung kurzfristig nicht zu erwarten sei, werde auch für 2026/27 mit einem Verlust gerechnet. „Unser Ziel ist es, aus eigener Kraft im Geschäftsjahr 2027/28 wieder profitabel zu werden – auch bei niedrigen Absatzpreisen“, sagte Finanzchef Alexander Bott. 

Fast fünf Millionen Tonnen Zuckerrohr in Australien verarbeitet 

An 19 europäischen und australischen Standorten beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 4.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die deutschen Standorte befinden sich in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. 

Die Crush, also die Ernte und Verarbeitung von Zuckerrohr in Australien, schloss das Unternehmen nach eigenen Angaben im Dezember erfolgreich ab und verarbeitete dort insgesamt 4,8 Millionen Tonnen Zuckerrohr.