Wirtschaft Ministerin warnt vor neuem Krisenmodus durch Iran-Krieg
Direkte Handelsbeziehungen mit dem Iran hat Thüringen faktisch nicht. Der Krieg könnte hier dennoch schwere Folgen haben, warnt die Wirtschaftsministerin. Allerdings unter Bedingungen.

Erfurt - Eine längerer und größerer Krieg im Nahen Osten hätte nach Einschätzung von Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) schwere Folgen für die Wirtschaft. „Das könnte die leichte wirtschaftliche Belebung schnell im Keim ersticken und uns in den Krisenmodus der vergangenen Jahre zurückkatapultieren“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.
Indirekte Effekte des Krieges wie steigende Öl- und Gaspreise oder Störungen von Lieferketten seien besorgniserregend. Monatelange Auseinandersetzungen und eine Ausweitung des Konflikts würden die Weltwirtschaft hart treffen. Die deutschen Standortnachteile würden dadurch verstärkt werden.
Keine Panikstimmung bei Unternehmen
Boos-John betonte, aktuell seien viele Einschätzungen noch Spekulation. „Auch bei den Unternehmen nehme ich derzeit keinerlei Panikstimmung wahr.“ Aus wirtschaftlicher Perspektive sei entscheidend, dass der Konflikt so schnell wie möglich beendet werde und sich Handels- und Lieferbeziehungen zügig wieder normalisierten. „Das ist für mich im Moment tatsächlich auch das realistischste Szenario.“
Die direkten Auswirkungen des Konflikts auf Thüringen seien aktuell überschaubar. Der Freistaat habe seit Jahren faktisch keine Handelsbeziehungen mit dem Iran, sagte die Ministerin weiter. Auch die direkten Handelsbeziehungen Thüringens in Länder wie Israel, Saudi-Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate sind nach Angaben ihres Ministeriums von untergeordneter Bedeutung.