Grönland-Konflikt Merz sagt Bürgern Grönlands Solidarität zu
Bundeskanzler Merz sieht die Sicherung der Arktis als gemeinschaftliche Aufgabe der Nato - und dabei auch die USA in der Pflicht. Beim Nordsee-Gipfel stellt er sich erneut an die Seite Dänemarks.

Hamburg - Bundeskanzler Friedrich Merz hat Dänemark die weitere Unterstützung Deutschlands im Grönland-Konflikt mit US-Präsident Donald Trump zugesichert. „Dänemark und die Bevölkerung Grönlands können sich auf unsere Solidarität verlassen“, sagte Merz zum Abschluss des Nordsee-Gipfels in Hamburg. Europa werde mehr für die Sicherung der Arktis tun. „Das ist im gemeinsamen transatlantischen Interesse“, sagte Merz.
Er wies darauf hin, dass die USA früher einmal über 30. 000 Soldaten auf Grönland stationiert hätten. „Heute sind es noch 200 vielleicht.“ Auch hätten die Amerikaner zwei große Militärbasen auf Grönland. „Ich sehe hier eine gemeinsame Anstrengung als notwendig an, den Norden besser zu schützen“, sagte der Kanzler.
Merz: Es gibt kein Kenntnisdefizit bei den Europäern
Der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre habe beim Gipfel darauf hingewiesen, „wie stark die Nato und der europäische Teil der Nato bereits den Norden Europas schützt und wie eng die Zusammenarbeit zwischen den Streitkräften und auch den Nachrichtendiensten der Europäer und der Amerikaner ist“, sagte Merz. „Es gibt hier kein Kenntnisdefizit auf europäischer Seite. Es gibt einen gemeinsamen Handlungsauftrag für die Nato. Und dazu zählen die Amerikaner genauso wie die Europäer.“
Europa habe bereits in den vergangenen Wochen Stärke und Einigkeit gezeigt, sagte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen mit Blick auf den von Trump angemeldeten Anspruch auf Grönland. Es gehe dabei aber nicht allein um das Königreich Dänemark. „Es geht um unsere demokratischen Prinzipien, es geht um unsere Integrität und es geht darum, wer wir sind.“
Frederiksen: Europa muss stärker werden
Europa müsse stärker werden. „Um das zu erreichen, müssen wir selbstsicherer, wettbewerbsfähiger und unabhängiger werden“, sagte Frederiksen. „Und das ist es, worum es bei dem Treffen heute ging.“
Bei dem Gipfel hatten die Nordsee-Anrainerstaaten den gemeinsamen Ausbau der Offshore Windkraft mit einer Vernetzung über Ländergrenzen hinweg beschlossen - auch um Europa bei der Energieversorgung unabhängiger und resilienter zu machen.