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Flugverkehr Könnten Firmen neue Verbindungen an Ost-Airports sichern?

Nach Streichungen bei Flugverbindungen prüfen Airports in Ostdeutschland neue Wege - auch die Wirtschaft ist gefragt.

Von dpa 07.02.2026, 11:45
Regionale Wirtschaft könnte künftig Flugverbindungen an den Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden mittragen. (Archivbild)
Regionale Wirtschaft könnte künftig Flugverbindungen an den Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden mittragen. (Archivbild) Jan Woitas/dpa

Leipzig/Halle - Neue Flugverbindungen könnten an den Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden auch mit Hilfe der regionalen Wirtschaft entstehen. Hierzu habe es bereits eine Befragung von Unternehmen sowie eine Prüfung möglicher Finanzierungsmodelle gegeben, teilte die Mitteldeutsche Flughafen AG mit. Zuvor hatte die Mitteldeutsche Zeitung berichtet.

„In Fällen, in denen sich Airlines zurückziehen, könnte die regionale Wirtschaft über eine gemeinsame Organisationsplattform bestimmte Strecken eigenständig tragen, ohne staatliche Beihilfe, aber mit klarem regionalem Nutzen“, sagte MFAG-Sprecher Uwe Schuhart. Dabei handele es sich um die Beschreibung eines möglichen Modells nach dem Vorbild des Flughafens Paderborn.

Wenn Airlines gehen, springt die Wirtschaft ein?

Hintergrund der Überlegungen waren zuletzt angekündigte und diskutierte Streichungen von Flugverbindungen. Die Lufthansa hatte bereits die Strecke Leipzig-München eingestellt und im vergangenen Herbst zudem angekündigt, auch die Verbindung Dresden-München vor dem Hintergrund hoher nationaler Standortkosten zu überprüfen. Nachdem die Bundesregierung eine Rücknahme der Erhöhung der Luftverkehrsteuer angekündigt hatte, erklärte die Airline später, dass es im Sommerflugplan 2026 keine weiteren Streichungen geben werde. Die Verbindung Dresden-München bleibt damit erhalten.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die MFAG nach eigenen Angaben rund 1.100 Unternehmen zum Flugangebot ab Leipzig/Halle befragt. Rund ein Drittel der angeschriebenen Firmen habe sich zurückgemeldet. Zwar habe es einen grundsätzlichen Bedarf an Geschäftsreisen gegeben, dieser verteile sich jedoch auf viele internationale Ziele. „Eine verbindliche Bereitschaft einzelner Unternehmen zur finanziellen Absicherung konkreter „Wunschstrecken“ hat sich aus der Umfrage nicht ergeben“, teilte Schuhart mit.

Auch Rückzug der Länder zwingt zu neuen Ideen

Die Überlegungen stehen zudem im Zusammenhang mit der Entscheidung der Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt, ihre Finanzhilfen für die Flughafenholding schrittweise zurückzufahren. Ab 2030 soll die MFAG grundsätzlich ohne Landesgelder auskommen. Diese Entscheidung war im Januar verkündet worden.