Konjunktur IHK-Umfrage: Jedes vierte Unternehmen erwartet Jobabbau
Die Stimmung in Sachsens Wirtschaft bleibt gedrückt: Mehr als ein Drittel der Firmen meldet Umsatzrückgänge, viele fürchten steigende Arbeitskosten und sehen wenig Reformfortschritte.

Dresden - Sachsens Unternehmen blicken weiterhin überwiegend pessimistisch auf die Konjunktur. Das geht aus einer gemeinsamen Umfrage der sächsischen Industrie- und Handelskammern zum Jahresbeginn hervor, die in Dresden vorgestellt wurde. Demnach erwartet fast jedes vierte der befragten Unternehmen einen Stellenabbau (24 Prozent). Zusätzliche Stellen schaffen wollen zwölf Prozent der Unternehmen.
„Abgesehen vom coronabedingten Einbruch im Frühjahr 2020 ist dies der schlechteste Wert seit der Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahre 2009“, sagte Fabian Magerl, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Leipzig. „Die sächsische Wirtschaft verharrt im Schwächemodus. Impulse sind dringend nötig.“ Der IHK-Geschäftsklimaindex bleibt den Zahlen zufolge auf niedrigem Niveau und steigt im Vergleich zum Vorjahr um 2 auf 99 Punkte.
Besonders betroffen von der aktuellen Krisenstimmung sind den IHK-Spitzen zufolge der Automotive-Sektor, der Maschinenbau sowie die Chemieindustrie in Sachsen. Die Hoffnung auf den von der Bundesregierung angekündigten „Herbst der Reformen“ sei bei den meisten Unternehmen mittlerweile überwiegend der Enttäuschung gewichen. Die IHK fordern geringere Arbeitskosten, weniger Bürokratie und einfachere Antrags- und Vergabeverfahren sowie mehr Investitionsanreize für die Wirtschaft.
Arbeitskosten sind meistgenannter Risikofaktor
An der Befragung beteiligten sich 1.760 Unternehmen aus Industrie, Bau, Handel, dem Dienstleistungs- und Verkehrssektor sowie aus dem Gast- und Tourismusgewerbe mit insgesamt fast 82000 Beschäftigten. Nur 14 Prozent der Firmen rechnen künftig mit besseren Geschäften, 26 Prozent mit schlechteren.
Eine schwache Nachfrage und hohe Kosten drückten Umsätze und Erträge: 38 Prozent der Betriebe meldeten demnach Umsatzrückgänge, 45 Prozent eine verschlechterte Ertragslage. Das wirke sich entsprechend auch auf die Planung aus, schilderte Andreas Sperl, Präsident der IHK Dresden: „Was mich besonders umtreibt, ist, dass die Investitionsbereitschaft nicht sehr ausgeprägt ist und wir bei den Personalplanungen eher Rückgänge erwarten.“ Lediglich 17 Prozent der Umfrageteilnehmer planen demnach höhere Investitionsbudgets, 28 Prozent wollen kürzen.
Die Entwicklung der Arbeitskosten ist in der Befragung der meistgenannte Risikofaktor - besonders in Branchen wie dem Gast- und Tourismusgewerbe und dem Verkehrssektor. Danach folgen die Inlandsnachfrage, ungünstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen wie Bürokratie und Regulierung sowie die hohen Energiepreise.