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Zweite Fußball-Liga Hertha entschuldigt sich und sucht neue Ziele

Hertha BSC erklärt seine Aufstiegsträume für beendet. Nach dem Debakel in Paderborn rechnen die Berliner Profis mit der eigenen Leistung ab. Keeper Ernst formuliert einen Arbeitsauftrag.

Von dpa 23.02.2026, 04:21
Herthas Torhüter Tjark Ernst schimpfte regelmäßig mit seinen Vorderleuten.
Herthas Torhüter Tjark Ernst schimpfte regelmäßig mit seinen Vorderleuten. Swen Pförtner/dpa

Paderborn - Stefan Leitl versuchte es gar nicht, irgendetwas schönzureden. Zwölf Tage genügten, um aus Hertha BSC einen ambitionierten Zweitligisten mit zwei großen Träumen in einen mentalen Trümmerhaufen zu verwandeln. Seine Mannschaft habe „richtig einen auf die Fresse bekommen“, sagte der Berliner Trainer mit Blick auf das Viertelfinal-Aus im DFB-Pokal gegen Freiburg, das 2:3 gegen Hannover und das jüngste 2:5-Debakel gegen den SC Paderborn. 

Hätte Paderborn vor allem in der ersten Halbzeit seine Großchancen genutzt, hätte es mit Abpfiff auch locker 2:8 aus Hertha-Sicht stehen können. „Mir fehlen bisschen die Worte, muss ich ganz ehrlich sagen. Weil ich meine Mannschaft in der Form wie wir uns heute präsentiert haben noch nicht gesehen habe“, sagte Leitl. 

Herthas neues Ziel: Wiedergutmachung 

Die Tür zur Bundesliga hatte sich in den letzten Wochen immer weiter geschlossen. Jetzt sei sie endgültig zu und abgesperrt, sagte der BSC-Coach mit Blick auf die magere Ausbeute von nur einem Sieg aus den letzten neun Zweitliga-Spielen. Die Saison ist zwar noch lang, doch niemand glaubt daran, dass der Hauptstadt-Club den Zehn-Punkte-Rückstand auf Relegationsplatz drei noch einholen kann. „Ich höre jede Woche Qualität, Qualität. Qualität hat viele Merkmale und ein Merkmal ist auch mentale Kapazität“, befand Leitl.

Der Trainer kündigte eine knallharte Aufarbeitung an und definierte neue Ziele. „Es geht für uns darum, im nächsten Heimspiel eine deutliche Reaktion zu zeigen vor unseren Fans zu Hause und dieses Ergebnis ein bisschen gutzumachen.“ Torhüter Tjark Ernst hakte zwar genau wie seine Teamkollegen den Aufstieg ab, erklärte aber mit Blick auf die kommenden Wochen: „Nichtsdestotrotz stehen wir dem Verein und den Fans gegenüber weiterhin in der Verantwortung und wollen bis zum Ende das Maximum herausholen.“

Schuler entschuldigt sich bei den Fans

Bricht Hertha jetzt komplett ein und wird durchgereicht oder rappelt sich die Mannschaft um Kapitän Fabian Reese wieder auf? Unmittelbar nach dem kläglichen Auftritt in Paderborn herrschte zunächst kollektive Fassungslosigkeit. „Es gibt keine Ausreden für diese Leistung. Wir alle sind unserem Anspruch nicht gerecht geworden. Ob Körpersprache, Zweikampfverhalten oder Wille – es hat überall gefehlt“, kritisierte Abwehrspieler Niklas Kolbe und sprach von einem „Komplettversagen“.

„Für die Art und Weise dieser Niederlage können wir uns nur bei allen Fans entschuldigen“, sagte Mittelstürmer Luca Schuler kleinlaut. Torhüter Ernst stellte die Mentalitätsfrage: „Jeder Einzelne sollte sich nach diesem Auftritt hinterfragen, ob er wirklich alles gegeben hat. Wir müssen nun klar ansprechen, dass wir nicht gut genug waren und kein Spieler seine Leistung auf das Feld bekommen hat“, forderte der Keeper. Am Sonntag kommt der 1. FC Nürnberg ins Olympiastadion.