1. MZ.de
  2. >
  3. Panorama
  4. >
  5. Tourismus: Grüne: Nachhaltigkeit muss Leitbild für Tourismus sein

Tourismus Grüne: Nachhaltigkeit muss Leitbild für Tourismus sein

Sachsen gilt als Mutterland der Nachhaltigkeit, hier prägte einst ein Berghauptmann das Prinzip. Aus Sicht der Grünen müsse das auch heute gelten - im Tourismus bereite das Klima schon jetzt Probleme.

Von dpa 09.02.2026, 06:00
Wasserpfützen statt Schnee bereiteten Sachsens Tourismus schon heute Probleme, sagen die Landtags-Grünen. (Archivbild)
Wasserpfützen statt Schnee bereiteten Sachsens Tourismus schon heute Probleme, sagen die Landtags-Grünen. (Archivbild) Sebastian Kahnert/dpa

Dresden - Die Grünen im Sächsischen Landtag fordern beim Tourismus einen größeren Fokus auf Nachhaltigkeit. Der Begriff müsse zum Leitprinzip werden, erklärte der Abgeordnete Thomas Löser. Denn schon jetzt wirke sich der Klimawandel konkret auf die Angebote im Freistaat aus: „Für viele touristische Betriebe in Sachsen ist der Winter längst kein verlässliches Geschäft mehr. Schneemangel, steigende Kosten und unsichere Saisonverläufe sind zur neuen Normalität geworden.“

Umso wichtiger sei eine Tourismuspolitik, die konsequent auf Nachhaltigkeit, Anpassung an den Klimawandel und langfristige Steuerung setzt, argumentierte Löser. Eine Antwort der sächsischen Regierung auf eine Kleine Anfrage von ihm sei aus seiner Sicht zu unkonkret geblieben.

Grüne fordern mehr Verbindlichkeit in Tourismuspolitik

„Ein Masterplan und ein Handlungsplan ist gut, aber kein Selbstzweck. Nicht nur mit Blick auf immer unsicherere Winter und die beginnenden Ferien ist entscheidend, ob daraus wirksame Maßnahmen entstehen, die messbar, finanziell hinterlegt und nachhaltig in allen Dimensionen sind“, betonte der Abgeordnete. Genau hier zeige die Tourismuspolitik der Regierung deutliche Schwächen. 

„Nachhaltigkeit bleibt überwiegend freiwillig, unverbindlich und ohne klare Steuerungswirkung. Der Freistaat vergibt damit Chancen, was gerade in Zeiten knapper Kassen fahrlässig ist“, monierte Löser. Es werde viel angekündigt, analysiert und begleitet, aber kaum priorisiert. „Weder gibt es verbindliche Zielwerte noch eine transparente Zuordnung von Mitteln.“

Instrumente für Nachhaltigkeit bislang nicht ausreichend genutzt

Löser zufolge werden Instrumente wie Nachhaltigkeitskriterien, Mobilitätsangebote oder Gästetaxen werden empfohlen, aber nicht konsequent genutzt, um Tourismus aktiv zu steuern. Beim Ganzjahrestourismus fehlten verbindliche Planken für Klima und Umwelt, in den Seenlandschaften werde der Ausbau diskutiert, ohne die ökologische Tragfähigkeit und Besucherlenkung strategisch abzusichern. 

Sachsen hatte im Februar 2024 einen Masterplan Tourismus für den Freistaat verabschiedet. Er beschreibt auf mehreren Handlungsfeldern Anforderungen wie Mobilität und Qualität im Einklang mit der Umwelt und der Bevölkerung. Nachhaltigkeit ist als Kernziel verankert.

Oberberghauptmann prägte einst das Prinzip der Nachhaltigkeit

Als „Erfinder“ der Nachhaltigkeit gilt der sächsische Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz (1645-1714). Er hatte eine nachhaltige Waldbewirtschaftung entwickelt, die nur so viel Holz entnimmt, wie auch nachwachsen kann.