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Fußball-Bundesliga Erst St. Pauli, dann Heidenheim: Werders Wochen der Wahrheit

Etwas anderes als ein 0:3 gegen Bayern München hat bei Werder Bremen kaum jemand erwartet. Die wichtigen Spiele kommen für den Tabellen-16. jetzt erst.

Von Sebastian Stiekel, dpa 15.02.2026, 13:12
Der neue Werder-Trainer Daniel Thioune und sein Stürmer Justin Njinmah.
Der neue Werder-Trainer Daniel Thioune und sein Stürmer Justin Njinmah. Carmen Jaspersen/dpa

Bremen - Eines kann man Daniel Thioune definitiv nicht nachsagen: Dass der neue Trainer von Werder Bremen keine neue Energie verbreiten würde. Nach seinem ersten Spiel im Weserstadion saß der 51-Jährige im Medienraum der Arena und lobte „eine richtig gute Haltung“ seines Teams. Er sprach von einem „Funken“ in diesem Stadion, der kurz davor gewesen sein, „die Kurve anzuzünden“.

Rechts und links von Thioune hingen dabei allerdings zwei Bildschirme. Sie reduzierten sein Heimspiel-Debüt auf die nackten Zahlen und Fakten. Werder Bremen - Bayern München 0:3 (0:2), stand auf dem einem. Die Tabelle der Fußball-Bundesliga leuchtete auf dem anderen auf: Sie zeigt Werder nach mittlerweile zwölf Spielen ohne Sieg immer noch auf Platz 16.

Knapp zwei Wochen ist der Trainerwechsel von Horst Steffen zu Daniel Thioune mittlerweile her. Aber erst in zwei weiteren Wochen wird man auch erstmals konkret sagen können, was er genau bewirkt hat. Einen Neustart nach fast drei Monaten sportlicher Krise? Oder ein „Weiter so“ in nur anderen Worten?

Denn in den nächsten zwei Wochen spielt der Drittletzte Werder nacheinander beim Vorletzten FC St. Pauli und gegen den Tabellenletzten 1. FC Heidenheim. „Ich will nicht sagen: Es sind die Wochen der Wahrheit. Aber es sind die Spiele, in denen wir bestehen müssen, um am Ende des Tages drei Mannschaften hinter uns lassen zu können“, sagte Thioune.

Worauf es jetzt ankommt, hat der neue Trainer nach dem Bayern-Spiel schnell erkannt. „Alle Spieler sind sehr couragiert. Jetzt ist es wichtig, dass sie mir vertrauen, dass sie mir glauben“, sagte Thioune.

Thioune lässt spielen wie Steffen

Bislang macht der neue Trainer noch nicht viel anders als der alte. Auch Thioune lässt hinten mit einer Dreierabwehrkette verteidigen. Auch Thioune setzte den Zehn-Millionen-Euro-Einkauf Samuel Mbangula bislang jedes Mal auf die Bank. Die größten Veränderungen waren am Samstag, dass Thioune den Schweizer Cameron Puertas aus der Versenkung holte und den schnellen Stürmer Justin Njinmah auf die rechte Außenbahn versetzte.

Felix Agu kennt den neuen Coach länger als jeder andere Werder-Spieler. Beide arbeiteten bereits in der Nachwuchsabteilung des VfL Osnabrück zusammen. „Es ist eine andere Ansprache. Er gibt uns andere Details mit. Er gibt dem Team ein gutes Gefühl“, sagte der 26-Jährige über seinen alten und neuen Trainer.

Auch Agu weiß: Bayern „war ein Bonusspiel“. Entscheidend werden die beiden Kellerduelle mit St. Pauli und Heidenheim. „Wir haben Qualität auf dem Platz. Auch wenn es das Ergebnis nicht wiedergibt, hat es trotzdem Spaß gemacht, heute gegen eine der Top-Fünf-Mannschaften der Welt auf dem Platz zu stehen“. Seine Hoffnung: „Irgendwann wird er reinfallen. Es kann nicht ewig der Ball immer gegen den Pfosten gehen.“