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Tarifstreit Erneuter Warnstreik im Nahverkehr

Bundesweit bestreikt Verdi heute den Nahverkehr. Auch Sachsen ist betroffen. Den Leipzigern stehen sogar zwei Tage ohne Busse und Bahnen bevor.

Von dpa Aktualisiert: 27.02.2026, 07:21
Bereits am 2. Februar hatte die Gewerkschaft Verdi die Mitarbeiter kommunaler Verkehrsbetriebe in Sachsen zum Warnstreik aufgerufen. (Archivbild)
Bereits am 2. Februar hatte die Gewerkschaft Verdi die Mitarbeiter kommunaler Verkehrsbetriebe in Sachsen zum Warnstreik aufgerufen. (Archivbild) Sebastian Kahnert/dpa

Dresden - In den fünf größten Städten Sachsens stehen heute Busse und Bahnen weitgehend still. Im Rahmen eines erneuten bundesweiten Warnstreiks im Nahverkehr hat die Gewerkschaft Verdi die Mitarbeiter der kommunalen Verkehrsbetriebe in Leipzig, Dresden, Chemnitz, Zwickau und Plauen zum ganztägigen Ausstand aufgerufen. In Leipzig gilt der Aufruf zusätzlich für Samstag.

Die Stimmung unter den Beschäftigten sei super, konstatierte der Leipziger Gewerkschaftssekretär Liam Pape. „Die Kollegen freuen sich auf die kommenden zwei Tage“, sagte er auf Anfrage. Auch in Chemnitz lief der Warnstreik am frühen Morgen wie geplant an. „Es fährt nichts“, so Gewerkschaftssekretär Max Stryczek.

Regionalverkehr nicht betroffen

Ein Großteil der Fahrten fällt nach Angaben der Verkehrsbetriebe aus. Einige Verbindungen, die von Subunternehmen betrieben werden, fahren hingegen teilweise oder komplett. In Leipzig, Dresden, Chemnitz und Zwickau ist das bei mehreren Linien der Fall. In Plauen entfallen alle Straßenbahnen und Stadtbusse. 

Regionalzüge, S-Bahnen und der Fernverkehr der Deutschen Bahn sind vom Warnstreik nicht betroffen und fahren regulär. Auch die City-Bahn Chemnitz ist nach Fahrplan unterwegs. Bereits am 2. Februar hatte ein Warnstreik etliche Busse und Bahnen in Sachsen ausgebremst.

Nächste Tarifverhandlungsrunde am 9. März

Hintergrund sind die bisher ergebnislosen Verhandlungen zum Tarifvertrag Nahverkehr Sachsen. Verdi fordert vor allem Entlastungen bei den Arbeitszeiten, längere Ruhezeiten sowie bessere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. Die Arbeitgeber verweisen auf bereits vereinbarte Entgelterhöhungen und sehen die finanziellen Spielräume ausgeschöpft. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 9. März geplant.

In Sachsen wurden nach dem ersten Warnstreik zwar Teile der Gegenforderungen der Arbeitgeberseite wieder vom Tisch genommen. Doch die Gewerkschaft wirft den Arbeitgebern vor, beim Thema Arbeitszeitverkürzung weiter keinerlei Verhandlungsbereitschaft zu zeigen. Zudem solle Urlaub gekürzt und der Zuschuss zum Krankengeld reduziert werden.

Gewerkschaft spricht von enormer Belastung der Kollegen 

„Überall hören wir das gleiche: kein Spielraum bei der Arbeitszeit, kein ernstzunehmendes Angebot zur Entlastung. Gleichzeitig wissen alle um die enorme Belastung in den Betrieben. Die kommunalen Arbeitgeber versuchen, die strukturelle Unterfinanzierung des ÖPNV auf dem Rücken der Beschäftigten auszutragen. Das lassen wir nicht zu“, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Paul Schmidt.