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Medizin Cannabis-Hersteller baut Standort in Leuna deutlich aus

Menschen mit Multiple Sklerose, ADHS und anderen Krankheiten konsumieren teils medizinisches Cannabis, um sich besser zu fühlen. Der Hersteller Aurora fühlt sich in Sachsen-Anhalt gut aufgehoben.

Von dpa 03.02.2026, 17:25
Cannabis kann unter anderem Menschen mit chronischen Schmerzen helfen.
Cannabis kann unter anderem Menschen mit chronischen Schmerzen helfen. Hendrik Schmidt/dpa

Leuna - Im Chemie-Dreieck im Süden Sachsen-Anhalts finden nicht nur klassisch chemisch-pharmazeutische Unternehmen gute Bedingungen vor. „Wir brauchen für unsere Produktion - für Licht, Bewässerung und Klimatisierung - vor allem zuverlässig Strom, den bekommen wir hier“, sagte der Sprecher des Cannabis-Herstellers Aurora, Dirk Heitepriem. Das börsennotierte Unternehmen baut seinen Standort in Leuna derzeit deutlich aus. 

In Zukunft solle „signifikant“ mehr sogenanntes Medizinal-Cannabis in pharmazeutischer Qualität produziert werden, sagte Heitepriem. Genauere Angaben zur Menge machte er nicht. 

Unterschiedliche Gründe für Konsum von medizinischem Cannabis

Käuferinnen und Käufer der Produkte von Aurora seien grundlegend in zwei Gruppen zu teilen: Schwerstkranke und jene, die Cannabis seit der Lockerung des Cannabisgesetzes im Frühjahr 2024 legal zur „Selbsttherapie“ kaufen, so Heitepriem. Der rechtliche Umgang mit dem Anbau, Verkauf und Konsum von Cannabis ist auch nach der Gesetzesänderung weiter stark umstritten.

Schwerstkranke Menschen, die medizinisches Cannabis konsumieren, sind den Angaben nach unter anderem Multiple-Sklerose-Patienten oder Menschen, die durch andere Erkrankungen chronische Schmerzen haben. Die Krankenkasse erstattet in solchen Fällen häufig die Kosten für das sogenannte Medizinal-Cannabis. Unter den Selbstzahlern sind laut Heitepriem Menschen mit ganz unterschiedliche Krankheitsbilder - unter anderem Personen mit ADHS, Endometriose oder Parkinson. 

Sachsen-Anhalt bietet Sicherheit für Cannabis-Produktion

Zuletzt waren die Einfuhren von medizinischem Cannabis in Deutschland stark angestiegen. Zur Verarbeitung importiere Aurora Cannabis aus Kanada, hieß es. Mit dem Ausbau des Standortes in Leuna wollte das Unternehmen „die Grundversorgung in Deutschland sichern“, so Heitepriem. In Sachsen-Anhalt habe man schon vor der Änderung des Cannabisgesetzes die Sicherheit gehabt, eine Produktion aufzubauen, betonte er. Deshalb glaube man an die Produktionsstätte im Süden Sachsen-Anhalts.

Aurora hat eigenen Angaben nach 2015 in Kanada seine erste Lizenz für den Anbau und Verkauf von medizinischem Cannabis erhalten. 2016 exportierte das Unternehmen demnach erstmals Cannabis nach Deutschland. Die Produktionsstätte für medizinisches Cannabis in Leuna wurde 2020 zertifiziert. Das Unternehmen hat Tochtergesellschaften in Frankreich, Polen und Großbritannien.