Veranstaltung zu „Remigration“ Bündnis wendet sich gegen Besuch von Rechtsextremist Sellner
Der Rechtsextremist Martin Sellner wirbt für „Remigration“ - auch von Deutschen mit Migrationshintergrund. Er kommt zum Vortrag in einen Ort in Brandenburg. Das stößt auf Kritik.

Vetschau/Spreewald - Gegen eine geplante Veranstaltung des Rechtsextremisten Martin Sellner in Vetschau in Brandenburg regt sich Widerstand. Sellner, der als führender Vordenker der Identitären Bewegung im deutschsprachigen Raum gilt, will in dem Ort im Spreewald einen Vortrag über „Remigration“ halten. Der Verfassungsschutz stuft die Identitäre Bewegung als rechtsextremistisch ein.
Das Bündnis „Vetschau für alle“ erklärte, Sellner sei nicht willkommen. Das nach eigenen Angaben parteiunabhängige Bündnis plant eine Gegenkundgebung. Nach Angaben der Polizei waren bisher allerdings keine Gegendemonstrationen angemeldet.
Das Bundesverwaltungsgericht urteilte im vergangenen Jahr über das Remigrationskonzept Sellners, es verstoße gegen die Menschenwürde. Darin werde deutschen Staatsangehörigen mit Migrationshintergrund kein uneingeschränktes Bleiberecht zugestanden.
AfD-Abgeordnete: Erst Gastgeberin - jetzt Gast
Ursprünglich hatte die Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Lena Kotré zu einem Vortrag über „Remigration“ mit Sellner in Luckenwalde eingeladen. Als Teilnehmer war neben ihr auch der Bundestagsabgeordnete Steffen Kotré - ihr Ehemann - aufgeführt. Die AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla sowie Brandenburgs AfD-Landeschef René Springer forderten aber, den Termin zu stoppen.
Daraufhin sagte Lena Kotré den Termin ab. Die Veranstaltung findet nun auf Einladung Sellners zeitgleich zu dem bisherigen Termin statt. Sellner ist der frühere Kopf der Identitären Bewegung in Österreich.
AfD im Brandenburger Landtag verteidigt Sellners Konzept
Brandenburgs AfD-Fraktionschef Hans-Christoph Berndt hatte Sellner verteidigt und erklärt, dieser wolle nicht Millionen Menschen abschieben. Er kritisierte allerdings, dass Kotré den Termin nicht abgesprochen habe. Der Verfassungsschutz Brandenburg ordnet die AfD im Land als rechtsextremistisch ein.
Wenn Rechtsextremisten den Begriff „Remigration“ verwenden, meinen sie in der Regel, dass eine große Zahl von Menschen ausländischer Herkunft das Land verlassen soll, auch unter Zwang.