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Illegale Migration Bundespolizei: Sachsenweit viel weniger unerlaubte Einreisen

Menschen in überfüllten Kleintransportern oder in Kofferräumen sind kein Thema mehr: In Sachsen hat sich die Zahl illegaler Grenzübertritte fast halbiert. Die Grenzkontrollen wirken.

Von dpa 07.02.2026, 04:00
Bundespolizei: Sachsenweit viel weniger unerlaubte Einreisen. (Archivbild)
Bundespolizei: Sachsenweit viel weniger unerlaubte Einreisen. (Archivbild) Patrick Pleul/dpa

Pirna - Die Bundespolizei hat im Vorjahr in Sachsen weniger unerlaubt eingereiste Menschen aufgegriffen als 2024. Die Zahl habe sich binnen eines Jahres nahezu halbiert, teilte ein Sprecher der Behörde in Pirna auf Anfrage mit. Im Vorjahr wurden insgesamt 4.530 illegale Grenzübertritte im Freistaat festgestellt. Im Jahr 2024 waren 8.477 Fälle registriert worden, 2023 noch 29.744.

Die Zeiten, in denen Flüchtlinge in überfüllten Kleintransportern oder in Kofferräumen entdeckt wurden, seien vorbei, betonte ein Sprecher der Bundespolizeidirektion Pirna. „Es gibt auch keine lebensgefährlichen Fluchtversuche von Schleusern mit diesen besetzten Fahrzeugen in dieser Form mehr.“

Bundesweit etwa 62.500 unerlaubte Einreisen

Auch bundesweit ist die Zahl der unerlaubten Einreisen deutlich zurückgegangen und hat sich innerhalb von zwei Jahren halbiert. Im Vorjahr stellte die Bundespolizei an allen deutschen Land-, Luft- und Seegrenzen 62.526 illegale Einreisen fest. Im Jahr 2024 waren es 83.572 unerlaubte Einreisen, 2023 zählte die Bundespolizei noch 127.549. Damals griffen die Beamten in manchen Monaten mehr als 20.000 Menschen auf.

Seit Mitte September 2024 gibt es an allen deutschen Landesgrenzen wieder Grenzkontrollen bei Einreisen, an der sächsischen Grenze zu Polen und Tschechien bereits seit Oktober 2023. Damit soll die Zahl der unerlaubten Einreisen stärker eingedämmt werden. Die befristeten Kontrollen wurden bisher zweimal verlängert. Eigentlich sind Grenzkontrollen nicht vorgesehen im Schengen-Raum, der die meisten EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz umfasst.

Im Juni die meisten Fälle in Sachsen festgestellt 

In Sachsen hatte im September 2023 die Zahl der unerlaubten Einreisen einen Höhepunkt von rund 7.000 erreicht. Im Vorjahr wurden die meisten Fälle im Juni registriert, etwa 450. Laut Bundespolizei kamen die meisten im Jahr 2025 aufgegriffenen Menschen aus der Ukraine, Syrien, der Türkei und Russland. Die Altersspanne reichte von wenige Monate alten Babys bis zu 86 Jahren alten Flüchtlingen.

Von einer unerlaubten Einreise spricht die Polizei, wenn ein Ausländer ohne gültigen Aufenthaltstitel die Grenze überqueren will. Zurückweisungen sind nach Auffassung der Bundesregierung nur erlaubt, wenn jemand kein Asyl beantragen will oder wenn für ihn eine zeitweilige Wiedereinreisesperre gilt. Das ist etwa der Fall, wenn jemand zuvor abgeschoben wurde, oder bei Menschen, die aus sogenannten sicheren Herkunftsländern kommen, wenn ihr Asylantrag zuvor bereits als offensichtlich unbegründet abgelehnt wurde.