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Kriminalität Brutaler Überfall auf 19-Jährigen - Angeklagter schweigt

Ein junger Mann wird aus seinem Auto gezerrt, geschlagen und durch Messerstiche erheblich verletzt. Die Ermittlungen führten ins Drogenmilieu. War es ein Mordversuch aus Rache für eine Strafanzeige?

Von dpa 03.03.2026, 13:55
Einem 27-Jährigen, der aus Rache einen früheren Mittäter im Milieu des Berliner Drogenhandels durch Messerstiche erheblich verletzt haben soll, wird versuchter Mord vorgeworfen. (Foto Illustration)
Einem 27-Jährigen, der aus Rache einen früheren Mittäter im Milieu des Berliner Drogenhandels durch Messerstiche erheblich verletzt haben soll, wird versuchter Mord vorgeworfen. (Foto Illustration) Jens Kalaene/dpa

Berlin - Weil er einen früheren Mittäter im Drogenmilieu aus Rache für eine Anzeige bei der Polizei niedergestochen haben soll, steht ein 27-Jähriger vor dem Berliner Landgericht. Die Anklage lautet unter anderem auf versuchten Mord aus Verdeckungsabsicht und niedrigen Beweggründen. Die Verteidigerin erklärte zu Prozessbeginn, ihr Mandant werde sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern.

Der libanesische Staatsangehörige soll am späten Abend des 14. August 2024 den damals 19-Jährigen in einem Auto in Berlin-Neukölln entdeckt haben. Der 27-Jährige habe den jungen Mann aus dem Fahrzeug gezerrt, heißt es in der Anklage. Dabei habe er gerufen: „Warum hetzt du mir den Staat auf den Hals?“. Zwei Begleiter des Angeklagten hätten das Opfer festgehalten. Nach Schlägen soll der 27-Jährige ihm drei Messerstiche versetzt haben. Erst, als er glaubte, ihn getötet zu haben, soll er von ihm abgelassen haben.

Angeklagter derzeit in Strafhaft

Der Attackierte soll einige Tage zuvor zwei Männer, die - wie zunächst auch er - für eine Gruppe um den Angeklagten auf der Straße Betäubungsmittel verkauft haben sollen, bei der Polizei angezeigt haben. Der 27-Jährige habe sich dafür rächen und zudem weitere Angaben des früheren Drogenverkäufers gegenüber der Polizei verhindern wollen. Das Opfer musste operativ behandelt werden.

Der Angeklagte befindet sich seit Oktober 2024 in Haft. Derzeit verbüßt er eine im Frühjahr 2025 verhängte Strafe von neun Jahren Haft unter anderem wegen besonders schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung. Damals befanden die Richter, er sei seit Jahren im Drogenhandel verstrickt, habe sich „ein weitreichendes Netz aufgebaut und als eine Führungsfigur agiert“. Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig.

Für den aktuellen Prozess sind bislang zwölf weitere Verhandlungstage bis zum 30. April terminiert.