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Berlinale Goldener Bär geht an „Gelbe Briefe“ von İlker Çatak

İlker Çatak erzählt in seinem Politdrama „Gelbe Briefe“ von einem türkischen Künstlerpaar und gewinnt damit den Hauptpreis der Berlinale. Auch Sandra Hüller wird ausgezeichnet - nicht zum ersten Mal.

Von dpa Aktualisiert: 21.02.2026, 19:56
Wurde mit dem Hauptpreis der Berlinale ausgezeichnet: İlker Çatak.
Wurde mit dem Hauptpreis der Berlinale ausgezeichnet: İlker Çatak. Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Berlin - Das Politdrama „Gelbe Briefe“ des Berliner Regisseurs İlker Çatak hat den Goldenen Bären der Berlinale gewonnen. Das gaben die Internationalen Filmfestspiele in Berlin bekannt. 

Damit hat erstmals seit mehr als 20 Jahren der Film eines deutschen Regisseurs die wichtigste Auszeichnung des Filmfestivals erhalten. Zuletzt hatte „Gegen die Wand“ von Fatih Akin im Jahr 2004 den Goldenen Bären gewonnen.

Regisseur und Drehbuchmitautor Çatak („Das Lehrerzimmer“) erzählt die Geschichte eines türkischen Künstlerpaares aus der Theaterwelt in Ankara. Die deutliche politische Positionierung des Paares führt zu einem Berufsverlust und damit materieller Not. Sie sollen mundtot gemacht werden.

Sandra Hüller als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet

Schauspielerin Sandra Hüller wurde mit einem Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle ausgezeichnet. Die 47-Jährige erhielt die Auszeichnung für ihre Rolle im Drama „Rose“ von Markus Schleinzer.

Hüller verkörpert darin eine Frau, die sich im 17. Jahrhundert in einem kleinen, abgelegenen Dorf als Mann ausgibt. Die Thüringerin gewann bereits 2006 den Silbernen Bären als beste Darstellerin für ihre Rolle in dem Drama „Requiem“.

„Kurtuluş“ gewinnt den Großen Preis der Jury

Den Großen Preis der Jury erhielt die Tragödie „Kurtuluş“ des türkischen Regisseurs Emin Alper. Stilistisch an einen Western erinnernd, handelt der Film vom mörderischen Kampf zweier Dorfgemeinschaften gegeneinander. 

Das Demenzdrama „Queen at Sea“ des Amerikaners Lance Hammer wurde mit zwei Preisen ausgezeichnet. Der Film erhielt den Preis der Jury. Zudem gewannen die Briten Anna Calder-Marshall und Tom Courtenay einen Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung in einer Nebenrolle. Calder-Marshall spielt eine demenzkranke Frau, Courtenay ihren Ehemann. 

Film von syrisch-palästinensischem Filmemacher bestes Debüt

Der Regie-Preis ging an den Briten Grant Gee für das Jazzmusiker-Porträt „Everybody Digs Bill Evans“. Die Kanadierin Geneviève Dulude-de Celles bekam einen Silbernen Bären für das Drehbuch des Spielfilms „Nina Roza“. Für eine herausragende künstlerische Leistung wurde der Film „Yo (Love is a Rebellious Bird)“ der US-Amerikaner Anna Fitch und Banker White geehrt.

Das Drama „Chronicles From the Siege“ des syrisch-palästinensischen Filmemachers Abdallah Alkhatib wurde bei der Berlinale als bestes Spielfilmdebüt ausgezeichnet. 

2025 hatte der Spielfilm „Drømmer“ („Oslo Stories: Träume“) des norwegischen Regisseurs Dag Johan Haugerud den Goldenen Bären gewonnen.