Festnahme

Berlin: Mehrere Beamte der Polizei festgenommen

Berlin - Den Polizeibeamten wird vorgeworfen Schmiergelder angenommen zu haben.

16.03.2018, 07:48
Symbolbild.
Symbolbild. dpa

Wegen Korruptionsverdachts hat es am Freitag in Berlin Durchsuchungen gegeben. Ein Polizist sowie zwei weitere Beschuldigte seien verhaftet worden, twitterte die Generalstaatsanwaltschaft am Morgen. Der Behörde zufolge haben die Vorwürfe einen Bezug zum Drogenhandel. Der Polizeibeamte soll mutmaßliche Drogenhändler vor Kontrollen gewarnt haben. Der 39-Jährige sei dringend verdächtig der gewerbsmäßigen Bestechlichkeit, der Verletzung von Dienstgeheimnissen in mindestens acht Fällen und der Beteiligung am Betäubungsmittelhandel.

Ebenfalls beschuldigt werden Inhaber und Betreiber mehrerer Gaststätten in Berlin-Wedding, mit denen der Mann einen Deal vereinbart haben soll. Der Polizeibeamte soll regelmäßig Geldbeträge bis zu 3000 Euro für Hinweise auf mögliche Kontrollen durch Polizei-, Zoll-, Steuerbehörden und Bezirksamt erhalten haben.

Der Polizist soll zudem den anderen Verdächtigen für regelmäßige Geldzahlungen den Lagerraum eines von ihm geleiteten Pokerclubs in Berlin-Pankow für die Zwischenlagerung von Betäubungsmitteln zur Verfügung gestellt haben. 

Mehr als 20 Objekte durchsucht

Die Zeitung „Die Welt“ hatte zuvor berichtete, dass Beamte des Landeskriminalamtes am Morgen 20 Objekte durchsucht hätten. 

Der SPD-Abgeordnete Tom Schreiber twitterte: „Ein Markenkern der #Organisierten #Kriminalität ist, dass diese auf allen gesellschaftlich relevanten Ebenen vernetzt ist. Leider auch bei der #Korruption in Behörden. Darüber spricht man nicht gerne, aber so läuft“s.“

Die Berliner Polizei war in jüngster Vergangenheit immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Vor kurzem musste Polizeichef Klaus Kandt seinen Posten räumen. Er stand zuletzt mehrfach in der Kritik - unter anderem wegen der Zustände an Polizeischießständen.

Für Schlagzeilen sorgte auch die Polizeiakademie, wo sich Ausbilder über Disziplinlosigkeit von Polizeianwärtern bis hin zu kriminellen Bewerbern beschwert hatten. Seit dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche im Dezember 2016 waren zudem immer wieder Ermittlungspannen ans Licht gekommen. (dpa)