Angst vor dem Coronavirus

Angst vor dem Coronavirus: Warum Hamsterkäufe sinnlos sind - gerade bei Klopapier

Halle (Saale) - Viele Menschen fürchten sich momentan vor dem sich schnell ausbreitenden Coronavirus. Auch die Angst, sich selber anzustecken, steigt mit jedem weiteren Fall. Vermehrt sind deshalb Hamsterkäufe in den Supermärkten aufgekommen- auch in ...

Die Angst vor dem Coronavirus sorgt für leere Regale. Durch Hamsterkäufe von Hygieneartikeln, vorwiegend Toilettenpapier, und Konserven sowie Teigwaren wie Nudeln kommt es zu leeren Regalen und teils Engpässen bei den Discountern. www.imago-images.de

Viele Menschen fürchten sich momentan vor dem sich schnell ausbreitenden Coronavirus. Auch die Angst, sich selber anzustecken, steigt mit jedem weiteren Fall. Vermehrt sind deshalb Hamsterkäufe in den Supermärkten aufgekommen- auch in Deutschland.

Dabei werden vor allem Konservendosen, Nudeln und auch Toilettenpapier zu Massen gekauft. In vielen Supermärkten stößt man bei diesen Produkten mittlerweile auf leere Regale.

Doch machen „Hamsterkäufe“ wirklich Sinn?

Der Handelsverband und die Einzelhandelsketten betonen, dass es zum jetzigen Zeitpunkt zu keinen Versorgungsengpässen kommen wird. „Obwohl wir in einzelnen Lebensmittelgeschäften aktuell eine höhere Nachfrage nach länger haltbaren Produkten und Getränken sehen, ist die Versorgungslage bundesweit normal“, so der Handelsverband Deutschland. Die Lieferstrukturen seien effizient und gut vorbereitet, die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet. Allerdings könnte es bei einigen Produkten zu kurzfristigen Lieferengpässen kommen, sollten sich die Quarantänezonen in den Lieferländern ausweiten.

Warum „hamstern“ dennoch so viele Menschen?

Im Gespräch mit der Tagesschau sagte Stephan Grünewald, Psychologe und Geschäftsführer des Markt- und Medienforschungsinstituts rheingold, er sehe die „Hamsterkäufe“ als eine Übersprungshandlung. „Die Menschen sind beim Coronavirus mit einer Bedrohung konfrontiert, die sie nicht sehen, riechen, schmecken können - mit einem unsichtbaren Feind.“ Das führe zu einer Erfahrung von Ohnmacht und Handlungsunfähigkeit. „Die Hamsterkäufe sind ein Versuch, dem etwas entgegenzusetzen und sich wieder handlungsfähig zu fühlen“, meint er.

„Hamsterkäufe“ mit Toilettenpapier

Doch besonders merkwürdig ist eigentlich das „hamstern“ mit Toilettenpapier. Denn der Hygieneartikel zählt eigentlich nicht zu den Dingen, die überlebensnotwendig sind. In einigen Regionen, wie zum Beispiel auch im asiatischen Raum, gilt Toilettenpapier sogar als komplett unhygienisch. Hier wird die Säuberung nach dem Gang auf die Toilette einfach mit warmen Wasser vorgenommen.

Dass man im Notfall auch auf diese Möglichkeit zurückgreifen könnte, und Toilettenpapier daher eher einen Luxusartikel darstellt, scheinen viele „Hamsterkäufer“ nicht zu bedenken.

Coronavirus: Klopapier ist  nicht überlebensnotwendig

Klopapier steht damit also im Vergleich zu Nahrungsmitteln und Wasser ziemlich weit unten auf der Liste der notwendigen Dinge, die im Fall einer Quarantäne nötig wären. Im Notfall könne man eben auch auf warmes Wasser anstatt des Klopapiers zurück greifen.

Und Wasser, genauso wie Nahrung, ist in Deutschland nach wie vor zu Genüge vorhanden. (mz/acs)