Vorwürfe der Vetternwirtschaft AfD-Politiker Rausch verteidigt Jobs für Fußballer im Büro
Der AfD-Politiker Tobias Rausch rechtfertigt die Anstellung von Fußballspielern seines Vereins in seinem Büro. Wie er die Vorwürfe der Vetternwirtschaft kommentiert.

Staßfurt/Magdeburg - Der wegen des Vorwurfs der Vetternwirtschaft in die Kritik geratene AfD-Politiker Tobias Rausch hat bestätigt, dass er mehrere Spieler des Fußballvereins SV 09 Staßfurt in seinem Abgeordnetenbüro angestellt hat. Rausch ist zugleich Vereinsvorsitzender des Landesligisten in Sachsen-Anhalt. Die Spieler hätten etwa Fraktionszeitungen und Streuartikel verteilt, sagte Rausch am Rande eines AfD-Bürgerdialogs in Staßfurt (Salzlandkreis) vor Journalisten. „Die Leute sind motiviert, sportlich und können so viele Haushalte wie möglich erreichen.“
Die AfD sieht sich derzeit bundesweit mit Vorwürfen der Vetternwirtschaft konfrontiert. Es sind mehrere Fälle bekanntgeworden, in denen Familienangehörige von AfD-Politikern bei anderen Abgeordneten beschäftigt worden sind.
Rausch: Äußerung von Chrupalla nicht überbewerten
In der sachsen-anhaltischen Landtagsfraktion ist Rausch parlamentarischer Geschäftsführer. Zeitweise waren mehrere Geschwister von Rausch bei der AfD-Bundestagsabgeordneten Claudia Weiss angestellt. AfD-Parteichef Tino Chrupalla hatte in diesem Zusammenhang von einem „Störgefühl“ gesprochen. Es handle sich zwar um Verträge, die rechtskräftig und nicht zu beanstanden seien. Aber: „Ein Geschmäckle hat's.“
Rausch sagte dazu nun, er würde nicht überbewerten, was Chrupalla gesagt habe. Es seien keine Stellen geschaffen, sondern freie Stellen besetzt worden. „Wir sind da in sehr gutem Austausch.“
Bei Anstellung von Geschwistern nicht beteiligt
Weiterhin betonte Rausch, dass er bei der Anstellung seiner Geschwister nicht involviert war. So habe eine Schwester bereits im Abgeordnetenbüro des Vorgängers von Weiss gearbeitet. Dann sei die Schwester in der Bundestagsfraktion tätig gewesen, schließlich habe sie sich bei Weiss beworben. „Da habe ich quasi gar keine Aktien dran.“ Rausch bestätigte auf Nachfrage, dass zwei seiner Geschwister inzwischen nicht mehr für Weiss tätig sind.
Zu dem AfD-Bürgerdialog in Staßfurt waren rund 400 Besucher gekommen. Nachfragen zu den Vorwürfen der Vetternwirtschaft gab es aus den Reihen der Veranstaltungsteilnehmer an Rausch und an den AfD-Spitzenkandidaten zur Landtagswahl, Ulrich Siegmund, keine.