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Gründungsveranstaltung AfD-Jugend in Brandenburg gegründet

In Brandenburg formiert sich ein Landesverband der neuen AfD-Jugendorganisation. Die Gruppe eine der Glaube an „unser Volk“, meint der Bundesvorsitzende - und sagt: „Am Ende werden wir siegen.“

Von dpa Aktualisiert: 07.02.2026, 14:47
In Königs Wusterhausen hat sich der Landesverband der Generation Deutschland gegründet.
In Königs Wusterhausen hat sich der Landesverband der Generation Deutschland gegründet. Christophe Gateau/dpa

Königs Wusterhausen - Die neue AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland hat in Brandenburg einen Landesverband aufgestellt. „Wir wollen keine Clique sein, sondern wir sind die Jugendorganisation der stärksten politischen Kraft in Brandenburg“, sagte der Bundesvorsitzende der AfD-Jugend, Jean-Pascal Hohm, in seiner Begrüßungsrede in Königs Wusterhausen. 

Der Bundesverband der Generation Deutschland wurde im November vergangenen Jahres im hessischen Gießen gegründet. Sie folgt der aufgelösten Jungen Alternative (JA), die vom Verfassungsschutz als erwiesen rechtsextremistisch eingestuft worden war. Anders als die JA ist die neue Jugendorganisation vollständig in die AfD eingebunden. Die Partei erhofft sich dadurch auch ein gemäßigteres und professionelleres Auftreten nach außen. Der Verfassungsschutz Brandenburg stuft den AfD-Landesverband als rechtsextrem ein.

Jugendorganisation soll politische Nachwuchskräfte rekrutieren

Hohm zeigte sich in Königs Wusterhausen nationalistisch. Die jungen Menschen der Parteiorganisation würden „an unser Volk“ glauben, sagte er. Aus ihrer Gruppe sollten sich in Zukunft auch die Nachwuchskräfte der Partei rekrutieren. Das sei einer ihrer Kernaufträge. „Wir haben die besseren Charaktere, die besseren Politiker und die besseren Inhalte.“ Von diesen Inhalten wolle man keinen Zentimeter abweichen.

„Am Ende werden wir siegen, da bin ich mir ganz sicher“, sagte Hohm zum Abschluss seiner Rede. Diese Aussage beziehe er auf eine mögliche Regierungsbeteiligung entweder im Bund oder in einem Landesparlament, erklärte er auf Nachfrage.

„Wir sind Preußen, wir wollen es nicht umsonst gewesen sein“

Das Amt des Landesvorsitzenden in Brandenburg übernahm Fabian Jank. Er wurde als einziger Kandidat ohne Gegenstimme gewählt. „Wir müssen junge Leute schulen, politisch, sportlich, charakterlich“, sagte er in seiner Bewerbungsrede. „Wir sind Preußen, wir wollen es nicht umsonst gewesen sein.“ 

Im Einstufungsvermerk, der den Landesverband der AfD als rechtsextrem einstuft, wird Jank als Aktivist der Identitären Bewegung (IB) bezeichnet. Wörtlich heißt es: „Aktive und/oder ehemalige IB-Protagonisten agieren im AfD-Landesverband Brandenburg oder sprechen in seinem Namen, wie der (...) in der Landtagswahl 2024 in den Landtag eingezogene ehemalige Aktivist Fabian Jank.“ Der Verfassungsschutz stuft die Identitäre Bewegung ebenfalls als rechtsextremistisch ein.

Der Landtagsabgeordnete warf etablierten Parteien pauschal Gewalt vor. „Wir haben gesehen, wer auf Gewalt als politisches Mittel setzt“, sagte Jank mit Blick auf die Gründung der Generation Deutschland in Gießen vor einigen Wochen. Das seien aus seiner Sicht die etablierten Parteien. Der Gründungskongress der neuen AfD-Jugendorganisation in Gießen im vergangenen Jahr hatte wegen Straßenblockaden und Protesten mit mehr als zwei Stunden Verspätung begonnen. 

AfD-Landeschef will keinen blinden Applaus

Der AfD-Landesvorsitzende René Springer sagte, es gehe darum, das Beste aus der Geschichte in die Zukunft zu führen. Tradition bedeute nicht die „Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers“. Die sei „die Stimme einer neuen politischen Generation.“ Die Mutterpartei erwarte keinen blinden Applaus. Aber man erwarte Disziplin, Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit. Deutschland sei nicht am Ende, betonte Springer. Aber es brauche eine Generation, die das Land wieder auf Kurs bringe.

Mit besonders scharfen Worten fiel in seiner Rede der zweite stellvertretende Landesvorsitzende, Christopher Tamm, auf. „Ich distanziere mich von einem politischen Kartell“, sagte er bei seiner Bewerbungsrede. „Und wem Deutschland gehört, das werden wir zeigen.“ „Dieses System“ spüre, dass ihm etwas entgleitet. Die Brandenburger Jugend brauche nun „Kampfgeist“, betonte er. 

Innenministerium: Ähnliche Einstufung wie AfD wahrscheinlich

Ein Sprecher des Innenministeriums erklärte am Samstag, es sei davon auszugehen, dass die Generation Deutschland Brandenburg als Unterorganisation der Landespartei inhaltlich identisch zur AfD aufgestellt und ebenfalls als gesichert rechtsextrem einzustufen sei. Allerdings habe die Generation Deutschland Brandenburg die „Möglichkeit, sich vom verfassungsfeindlichen Gedankengut der AfD Brandenburg abzugrenzen und damit eine andere Einschätzung zu befördern“.

Der neue Landesvorsitzende Jank sagte, ihn interessiere nicht, was der Verfassungsschutz zu seiner Organisation zu sagen habe. Die Behörde sei dafür da, der „parteipolitischen Konkurrenz das Leben schwer zu machen“.

Begleitet wurde das Treffen von einem Gegenprotest mit etwa 60 Teilnehmern. Die Grüne Jugend und die Brandenburger Jusos hatten zu dem Protest aufgerufen.