Flughafen Leipzig/Halle Warum der Airport offensiver werden muss (Kommentar)
Die Wirtschaft sollte den Aufbau neuer Verbindungen in Leipzig/Halle unterstützen.

Halle/MZ - Die Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden haben in der Corona-Pandemie viele attraktive Flugverbindungen verloren. Doch während sich an anderen deutschen Airports das Geschäft erholt, kommen die mitteldeutschen Airports nicht so recht voran. Die Ballungszentren Leipzig/Halle und Dresden sind zu klein, um internationale Airlines anzuziehen. Die Flughäfen sind aber zu groß und von den Kosten her zu teuer, um wirklich attraktiv für Billigfluggesellschaften wie Ryanair zu sein. Bisher ist der Flughafenführung um Götz Ahmelmann wenig eingefallen, um die Probleme zu lösen.
Von daher ist der Vorstoß richtig, jetzt zu prüfen, ob die regionale Wirtschaft die Finanzierung wichtiger Linien, wie nach London oder Paris, unterstützen kann. Das Beispiel des Regionalflughafens Paderborn zeigt, dass das durchaus erfolgreich sein kann.
Das Flughafen-Team muss endlich aus der Defensive kommen
Anders als in Westdeutschland gibt es in Mitteldeutschland aber kaum Firmenzentralen mit großem Management. Zudem haben viele Großunternehmen aus der Industrie aktuell Sparprogramme aufgelegt. Da wird jeder Euro zusammengehalten.
Doch sollten solche Beteiligungsmodelle nicht zu eng gedacht werden. Vor allem die Städte Halle, Leipzig und Dresden haben zum Ausbau des Tourismus großes Interesse an zusätzlichen Flugverbindungen. Gemeinsam mit Institutionen wie dem Gewandhaus, den Opern, der Leipziger Messe und der Hotelwirtschaft könnte mit Reiseveranstaltern eine gewisse Grundauslastung für Verbindungen geschaffen werden. Neue Verbindungen müssen dann nicht nur hierzulande, sondern auch an den Zielflughäfen beworben werden. Solche Kooperationen aufzubauen ist sehr mühsam, doch anders wird es kaum gehen.
Wichtig ist, dass Ahmelmanns Team endlich aus der Defensive kommt. Der Flughafenchef muss öffentlich mehr werben, mehr präsent sein, sagen, wo er Unterstützung braucht.