Dank Seiteneinsteigern

Sachsen-Anhalt peilt wieder 1000er-Marke bei Lehrereinstellungen an

Auch in diesem Jahr werden in Sachsen-Anhalt rund 1.000 neue Lehrkräfte eingestellt. Ein Drittel davon sind Seiteneinsteiger, für die die Bedingungen geändert wurden.

23.04.2022, 12:22
Eine 6. Klasse sitzt in ihrem Klassenraum der Sportschulen Halle (Saale).
Eine 6. Klasse sitzt in ihrem Klassenraum der Sportschulen Halle (Saale). Foto: dpa

Magdeburg/dpa - In Sachsen-Anhalt werden in diesem Jahr voraussichtlich wieder rund 1000 Lehrkräfte für die Schulen eingestellt. Bisher seien 532 neue Lehrkräfte für die Schulen gewonnen worden, sagte Bildungsministerin Eva Feußner (CDU) der Deutschen Presse-Agentur in Magdeburg.

Im Oktober kämen 395 hinzu. Darunter seien Seiteneinsteiger, bei denen Kündigungsfristen zu beachten seien. Ende April liege die bislang absehbare Gesamtzahl der neuen Lehrkräfte für dieses Jahr bereits bei 927. Die 1000er-Marke werde - wie seit dem Jahr 2020 - wohl wieder erreicht, sagte die Ministerin.

Lehrer in Sachsen-Anhalt: Ein Drittel sind Seiteneinsteiger

Zu den Gründen sagte sie: «Wir haben eine Vielzahl von Seiteneinsteigenden, das ist mindestens ein Drittel.» Die Anforderungen an den Seiteneinstieg seien auch runtergeschraubt worden. Vor fünf oder sechs Jahren seien noch zwingend zwei Fächer gefordert worden, die aus der bisherigen Ausbildung und Tätigkeit abgeleitet werden konnten, später eines.

«Wir haben die Kriterien für Seiteneinsteigende flexibilisiert, künftig können sich auch Seiteneinsteigende bewerben, die kein abgeleitetes Schulfach haben, und die wir befristet einstellen mit einer Bewährungsfeststellung», sagte die Ministerin. «Das machen andere Länder auch.» Bedingung sei weiterhin ein Hochschulabschluss. Es verließen auch Seiteneinsteiger den Schuldienst, weil sie sich das anders vorgestellt hätten.

400 Kinder aus Ukraine lernen an Schulen in Sachsen-Anhalt

Die Einstellungen liefen weiter, unabhängig auch von den Einstellungen von Lehrkräften aus der Ukraine und Lehrkräften für Deutsch als Zielsprache (DaZ), so Feußner. Diese werden für den Unterricht geflüchteter ukrainischer Kinder und Jugendlicher in sogenannten Ankunftsklassen eingesetzt.

Parallel dazu besuchen bislang rund 400 ukrainische Schülerinnen und Schüler Regelklassen öffentlicher Schulen. «Das ist schon eine Herausforderung für das Landesschulamt, was da an Einstellungen derzeit geleistet werden muss - und das alles zeitgleich.» Wenn die Lehrkräfte nicht sofort eingestellt würden, seien sie weg. «Da muss man schnell sein und muss sofort zugreifen.»