Nur noch drei Landkreise über 100

Mehrere Regionen in Sachsen-Anhalt vor Corona-Lockerungen

Der positive Trend bei den Corona-Zahlen hält an: Selbst der Burgenlandkreis meldet am Sonntag eine zweistellige Sieben-Tage-Inzidenz. In mehreren Kreisen könnte die Bundes-Notbremse in der kommenden Woche wegfallen.

Von dpa
ARCHIV - Ein Abstrichstäbchen wird in einer ambulanten Corona-Test-Einrichtung gehalten. 
ARCHIV - Ein Abstrichstäbchen wird in einer ambulanten Corona-Test-Einrichtung gehalten.  (Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild)

Magdeburg - In immer mehr Regionen in Sachsen-Anhalt können sich die Menschen Hoffnung auf Lockerungen der strengen Corona-Regeln machen. Die positive Entwicklung der vergangenen Tage bei den Infektionszahlen setzte sich am Wochenende fort: Am Sonntag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) 83,1 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner für Sachsen-Anhalt - 9 weniger als am Vortag. In 11 der 14 Landkreise und kreisfreien Städte lag der Wert unter 100.

Bleibt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100, können die Regeln der Bundes-Notbremse mit nächtlichen Ausgangsbeschränkungen und strengen Kontaktbeschränkungen zwei Tage später gelöst werden. Bleibt der Landkreis Anhalt Bitterfeld am Montag unter 100, wäre das dort der Fall. Die Chancen dafür stehen gut: der Kreis hatte am Sonntag mit 49,8 den geringsten Wert des Landes.

Corona-Lockerungen vielerorts noch vor Pfingsten möglich

Dem Landkreis Börde (59,1) und der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau (79,9) fehlen jeweils noch zwei Werktage unter der Hunderter-Marke, um die bundesweiten Regelungen außer Kraft setzen zu dürfen. Bleibt die Inzidenz in den Kreisen bis Dienstag zweistellig, könnte dort ab Donnerstag gelockert werden und etwa die Außengastronomie öffnen. Im Jerichower Land muss die Inzidenz noch drei Werktage unter 100 bleiben, in Halle und dem Salzlandkreis noch vier Werktage, damit Lockerungen greifen können.

Im Saalekreis und im Salzlandkreis bleiben die Bundesregeln zwar bis auf Weiteres bestehen - können aber bereits ab Montag wenigstens etwas gelockert werden. Der Salzlandkreis hatte vor einer Woche bei der Sieben-Tage-Inzidenz noch über 165 gelegen - ab dieser Stufe müssen auch Schulen schließen. Am Samstag lag der Kreis den fünften Werktag in Folge unter 165. Somit können im Salzlandkreis ab Montag die Schulen wieder Wechselunterricht anbieten und die Kitas wieder in den eingeschränkten Regelbetrieb wechseln.

Wichtig für Geschäfte: Corona-Inzidenz im ganzen Land unter 150

Der Saalekreis blieb am Samstag den fünften Werktag in Folge unter dem mittleren Schwellenwert der Bundes-Notbremse von 150. Ab Montag ist in dem Landkreis somit wieder Einkaufen nach Termin, das sogenannte Click and Meet, erlaubt. Voraussetzung ist ein negativer Corona-Test oder ein Nachweis, dass man geimpft oder genesen ist.

Im Burgenlandkreis, lange Hotspot in Sachsen-Anhalt, ging die Sieben-Tage-Inzidenz am Wochenende besonders deutlich zurück. Mit einem Wert von 78,8 lag der Kreis am Sonntag um mehr als 45 Infektionen niedriger als am Freitag (124,1) und fast 100 unter dem Wert vom vorigen Sonntag (172,2).

Gelöst ist die Bundes-Notbremse bisher weiterhin nur in Magdeburg. Die Landeshauptstadt verzeichnet seit Wochen mit die niedrigsten Sieben-Tages-Werte des Landes, am Sonntag lag er bei 58,1. Bereits seit vorigen Sonntag gelten in Magdeburg deshalb nur noch die weniger strengen Corona-Regeln des Landes. Neben der Außengastronomie durften daher an der Elbstadt am Samstag auch die ersten Freibäder öffnen. Bei Temperaturen von etwa 17 Grad und einer Wassertemperatur von etwa 14 Grad kamen am ersten Wochenende jedoch kaum Gäste.