Automobil-Konzern investiert

Neuer Elektro-Porsche wird wahrscheinlich im Werk Leipzig gebaut

Im Jahr 2024 will der Sportwagenbauer einen neuen Elektro-SUV auf den Markt bringen, der als Nachfolger des Cayenne gesehen werden kann. Leipzig setzt sich gegen Hannover durch.

Von Steffen Höhne 30.11.2021, 17:57
Porsche Leipzig rüstet sich für die E-Auto-Zukunft. Im Werk arbeiten aktuell 4300 Mitarbeiter.
Porsche Leipzig rüstet sich für die E-Auto-Zukunft. Im Werk arbeiten aktuell 4300 Mitarbeiter. Jan Woitas/ZB/dpa

Leipzig/MZ - Im Leipziger Porsche-Werk wird offenbar geplant, ein drittes Modell zu bauen. Ab dem Jahr 2024 soll in der Messestadt „ein teilautonom fahrendes E-Fahrzeug der Premiumklasse“ produziert werden, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ). Es handelt sich dabei nach MZ-Informationen um einen Elektro-SUV - möglicherweise als Nachfolger für den erfolgreichen Geländewagen Cayenne. In welchem Umfang dazu in Leipzig noch einmal investiert werden soll und neue Jobs entstehen, ist offen.

Es geht auch ums Image

Ursprünglich sollte das Fahrzeug im VW-Nutzfahrzeugwerk in Hannover gebaut werden. Die VW-Tochter Audi hat dazu eine gemeinsame Plattform entwickelt. In Hannover sollen daher auch ähnliche Fahrzeuge für Audi und Bentley gebaut werden. Porsche ist laut FAZ nun ausgeschert und will den Elektro-SUV in Leipzig bauen, um dort die Auslastung des Werks zu sichern. Zudem sähen es Kunden als Qualitätsmerkmal, wenn ihre teuren Sportwagen aus Fabriken der Marke Porsche kämen.

In Leipzig werden bisher der kleine Geländewagen Macan und die Sportlimousine Panamera gefertigt. Aktuell wird das Werk mit 4.300 Mitarbeitern für 600 Millionen Euro erweitert, um ab 2023 einen reinen Elektro-Macan zu bauen. Unter anderem entsteht ein neuer Karosseriebau. Laut Medienberichten soll der E-Macan im Herbst 2022 vorgestellt werden und eine Reichweite von 550 Kilometern besitzen.

Autobauer verzeichnet trotz Pandemie Rekordabsätze

Trotz Produktionseinschränkungen durch die Pandemie hat Porsche im ersten Halbjahr 2021 einen neuen Auslieferungsrekord erreicht. Weltweit wurden etwa 153.600 Fahrzeuge ausgeliefert und damit ein Plus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt. Erfolgreichstes Modell war der Cayenne mit 44.050 ausgelieferten Einheiten. Auf Platz zwei steht der Macan, den im ersten Halbjahr 43.618 Kunden entgegennahmen. Das spült viel Geld in die Kasse. Der Umsatz des Stuttgarter Autobauers lag im ersten Halbjahr bei 16,53 Milliarden Euro. Damit wurde ein operativer Gewinn in Höhe von 2,79 Milliarden Euro eingefahren. Ohne den Chip-Mangel hätten die Absätze noch höher ausfallen können. Im Leipziger Werk fielen in den letzten Monaten Schichten aus, weil Mikrochips zum Bau der Autos fehlten (die MZ berichtete).