Jetstream im Schlingern Experten schlagen Alarm! Kaltluft könnte Frühling mit eisigen Temperaturen ausbremsen
Der Jetstream zeigt ungewöhnliche Ausschläge mit möglichen Folgen für Sachsen-Anhalt. Experten sehen Hinweise auf blockierende Hochdrucklagen und erneute eisige Wintertemperaturen. Der Frühling könnte sich entsprechend deutlich mehr Zeit lassen.

Magdeburg/Halle (Saale). – Neue Wettermodelle deuten auf einen unruhigen Übergang in den Frühling hin. Mehrere Simulationen zeigen Strömungsmuster, die wiederholt kalte Luft nach Sachsen-Anhalt lenken könnten.
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Auffällige Wetterlage über Europa
Im Fokus steht die großräumige Zirkulation über Europa. Sie bestimmt, wie sich Hoch- und Tiefdruckgebiete verlagern – und damit auch, welche Luftmassen nach Deutschland strömen. Genau hier sehen Fachleute wie Johannes Habermehl von "Meteored" ungewöhnliche Signale.
Mehrere voneinander unabhängige Modelle berechnen laut dem Meteorologen eine Konstellation, bei der Kaltluft aus nördlichen Breiten immer wieder südwärts geführt wird. Solche Entwicklungen treten demnach häufig auf, wenn sich die atmosphärische Strömung stärker wellenförmig ausprägt.
Jetstream über Europa gerät ins Schlingern
Eine Schlüsselrolle spielt dabei laut Habermehl der Jetstream. Dieses Starkwindband in rund zehn Kilometern Höhe steuert maßgeblich die Wetterentwicklung in Europa. Verläuft es stabil von Ost nach West, dominieren meist milde und wechselhafte Phasen.
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Aktuell deuten die Modelle jedoch auf deutliche Nord-Süd-Auslenkungen hin, so Habermehl. Solche sogenannten meridionalen Strömungsmuster ermöglichen der arktischen Luft, weiter nach Süden vorzudringen. Fachleute sprechen von Kaltluftadvektion, dem horizontalen Transport kalter Luftmassen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit für erneute winterliche Abschnitte.
Polarwirbel weiter im Blick der Wetterexperten
Meteorologen widmen dem Polarwirbel in der Stratosphäre über der Arktis zusätzliche Aufmerksamkeit. Wird dieses großräumige Tiefdrucksystem geschwächt oder verlagert, kann sich das auf die Zirkulation in tieferen Atmosphärenschichten auswirken.
Meteorologen beobachten Hinweise auf eine mögliche Störung. Statistisch steigt damit die Chance auf sogenannte Blocking-Lagen über Nordeuropa. Solche blockierenden Hochdruckgebiete können milde Westströmungen laut Habermehl unterbrechen und Kältephasen begünstigen.
Frühling mit Anschlaufschwierigkeiten
Derzeit verdichten sich die Hinweise auf wiederkehrende Kälte in Sachsen-Anhalt. Dauerfrost über Wochen ist zwar nicht zwingend wahrscheinlich, dennoch spricht vieles für einen wechselhaften Verlauf mit wiederholten Kälte-Rückschlägen.
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Der meteorologische Frühlingsbeginn am 1. März markiert lediglich einen statistischen Stichtag. Entscheidend ist, wann sich eine nachhaltige Erwärmung durchsetzt. Genau daran bestehen bei Meteorologen wie Habermehl derzeit Zweifel.
Zwar simulieren einzelne Modelläufe mildere Phasen, jedoch bleiben parallel Signale für erneute Kälteeinbrüche bestehen. Ein geradliniger Übergang in stabile Frühlingsverhältnisse erscheint nach jetzigem Stand unwahrscheinlich.