Kultmarke von Schilkin "Berliner Luft": Minz-Kult aus der DDR, heute Party-Liebling und Bar-Star
Der Pfefferminzlikör "Berliner Luft" ist mehr als eine DDR-Marke. Früher als Klassiker im Osten beliebt, feiert er heute ein Comeback als Party- und Bar-Getränk. Frisch, klar und mit Kultstatus sorgt der Minz-Likör weit über Berlin hinaus für Gesprächsstoff.

Halle (Saale)/Magdeburg. – Die Geschichte von "Berliner Luft" beginnt weit vor der DDR. Der Ursprung liegt in der Spirituosenproduktion einer Familie, die aus Sankt Petersburg kam.
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Nach der Oktoberrevolution siedelte die Familie nach Deutschland über und begann in Berlin-Kaulsdorf mit der Produktion von Spirituosen. Dort wurde 1948 offiziell die Firma Schilkin gegründet, die später vor allem durch Wodka bekannt wurde.
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"Berliner Luft": Name stammt von einer Operette
Erst Anfang der 1950er Jahre entwickelte die Brennerei den klaren Pfefferminzlikör, der später unter dem Namen "Berliner Luft" vertrieben wurde.
Der Name des Likörs leitet sich vermutlich vom gleichnamigen Lied "Berliner Luft" aus der gleichnamigen Operette von Paul Lincke aus dem Jahr 1904 ab und sollte ein Gefühl von Frische und Stadtleben vermitteln – passend zu dem Geschmack des Getränks.
Geschmack und Einsatzgebiete des klaren Pfefferminzlikörs
Charakteristisch für Berliner Luft ist die klare, frische Pfefferminznote, die im Glas deutlich spürbar ist. Traditionell wird der Likör gut gekühlt und pur getrunken, häufig bei Temperaturen um 10 bis 15 °C, oder als Bestandteil in Mixdrinks verwendet. Schon zu DDR-Zeiten war diese Trinkweise verbreitet, und auch heute wird der Likör oft auf Partys oder nach dem Essen genossen.
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Im internationalen Vergleich gehört Berliner Luft zu den Pfefferminzlikören, die durch ihren geringeren Alkoholgehalt und die milde Süße auffallen. Die Basis besteht typischerweise aus Wasser, Alkohol, Zucker und Minzextrakt, sodass das Aroma klar und erfrischend wirkt.
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"Berliner Luft": Likör wurde schon damals meist gekühlt und pur genossen
In der DDR avancierte "Berliner Luft" schnell zu einem der beliebtesten Liköre. Mit einem Alkoholgehalt von 25 % war der Pfefferminzlikör vergleichsweise kräftig und wurde oft gut gekühlt und pur genossen – viele tranken ihn als "Rachenputzer" nach dem Essen oder bei geselligen Anlässen. Bereits damals eignete sich der Likör auch zum Mixen in Cocktails oder Longdrinks.
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In der sozialistischen Wirtschaft war Schilkin einer von nur wenigen Spirituosenherstellern, die eine breite Palette an Produkten fertigten, und Berliner Luft gehörte zu den erfolgreichsten Artikeln im Sortiment. Die einfache Herstellung und der auffällige Geschmack machten den Likör zu einem festen Bestandteil ostdeutscher Trinkkultur.
Nach Mauerfall: Familie übernimmt wieder Kontrolle über Unternehmen
Wie viele mittelständische Betriebe wurde das Unternehmen 1972 verstaatlicht, doch der Gründer Sergei Schilkin durfte im Betrieb bleiben und führte den volkseigenen Betrieb bis zu seinem Ruhestand weiter. Nach dem Mauerfall konnte die Familie das Unternehmen schließlich wieder übernehmen und Schritt für Schritt privatisieren.
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Nach der Wiedervereinigung sanken die Verkaufszahlen zunächst stark, als viele ostdeutsche Marken im vereinten Markt untergingen. "Berliner Luft" war davon nicht ausgenommen, doch die Marke überlebte und erfand sich in den folgenden Jahrzehnten neu.
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Seit den 2010er Jahren arbeiteten das Management und die Eigentümer gezielt daran, dem Likör ein modernes Image zu geben und neue Zielgruppen zu erschließen.
Kult in Clubs, Bars und international. "Berliner Luft" hat sich seinen Platz erobert
Heute hat Berliner Luft wieder einen festen Platz in der deutschen Trinkkultur. Mittlerweile wird der Pfefferminzlikör mit etwa 18 % Alkohol produziert und in unterschiedlichen Flaschengrößen vertrieben, von Mini-Flaschen für Partys bis zu größeren Flaschen für Bars.
In den vergangenen Jahren ist vor allem die Club- und Partyszene Berlins ein wichtiger Absatzmarkt geworden, und der Likör hat sich zu einem Party-Kultgetränk entwickelt.
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Studenten und Feiernde trugen dazu bei, dass Berliner Luft über Berlin hinaus gefragt ist – ob als Shot auf Partys oder als frische Zutat in Cocktails.
Neben der klassischen Variante gibt es inzwischen auch Sondereditionen und Varianten mit zusätzlichen Aromen, etwa mit Schoko-Minze oder fruchtigen Nuancen, die dem Getränk neue Facetten verleihen und jüngere Zielgruppen ansprechen sollen.