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Kultmarke aus der DDR Ikone auf zwei Rädern: Warum Mopeds der Marke Simson heute teurer sind als früher

Simson steht für zweirädrige Qualität aus der DDR und hat weit über die ehemaligen Grenzen der Republik hinaus Fans gefunden. Was die Mopeds so besonders macht, warum Sammler ihr Herz an die Marke verloren haben – und wie hoch die Preise für gut erhaltene Fahrzeuge heute liegen.

Von Florian Zellmer 22.01.2026, 15:36
Ein Mann fährt auf einer Simson S51. Das Modell ist bei Fans besonders beliebt.
Ein Mann fährt auf einer Simson S51. Das Modell ist bei Fans besonders beliebt. Foto: dpa

Halle (Saale)/Magdeburg. – Eigentlich hat die Marke Simson ihre Wurzeln im späten 19. Jahrhundert, den größten Bekanntheitsgrad erreichte sie jedoch mit ihren Mopeds und Kleinkrafträdern im 20. Jahrhundert.

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In der DDR gehörten Simson-Modelle wie Schwalbe S50 und SR50  zum Alltag vieler Menschen. Sie waren robuste, wartungsfreundliche und relativ preiswerte Zweiräder, mit denen Schüler, Handwerker und andere Mopedfans unterwegs waren.

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Simson: "Einfach zeitlos und zuverlässig"

"Die Simson" war in der DDR nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern ein bezahlbares Stück Freiheit – zu einer Zeit, in der andere motorisierte Fahrzeuge rar und teuer waren.

Der praktische Charakter der Maschinen zeigte sich in ihrer einfachen Technik: luftgekühlte Zweitaktmotoren, übersichtliche Mechanik und eine Bauweise, die auch von Laien relativ einfach gewartet und repariert werden konnte.

Das machte die Simson-Typen nicht nur alltagstauglich, sondern prädestinierte sie später auch dafür, in der Oldtimer-Szene einen guten Ruf zu genießen und viele Fans zu haben.

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Denn Simson-Fans gibt es noch immer zuhauf. In Oldtimer-Clubs und bei Treffen stößt man auf Enthusiasten, die ihre Fahrzeuge nicht nur restaurieren, sondern hegen und pflegen.

Ein Sammler aus der Gemeinde Muldestausee bringt es auf den Punkt: Die Mopeds seien "einfach zeitlos und zuverlässig". Diese emotionale Bindung erklärt, warum die Mopeds heute nicht einfach als alte Fahrzeuge gesehen werden.

Sammler greifen mittlerweile tief in die Tasche, wenn die Konditionen stimmen

Mit der anhaltenden Beliebtheit hat sich rund um Simson inzwischen ein Sammlermarkt etabliert. In den vergangenen Jahren sind die Preise für gut erhaltene und originale Fahrzeuge deutlich gestiegen – ähnlich wie bei klassischen Automobil-Oldtimern.

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Ein Händler aus Sachsen berichtet, dass Sammler mittlerweile tief in die Tasche greifen und dass gepflegte Exemplare selten unter mehreren tausend Euro zu finden seien.

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Die steigenden Preise sind keine Überraschung für ihn, da die Verfügbarkeit guter Fahrzeuge sinkt und die Nachfrage durch nostalgische Käufer steigt. Oft gesuchte Modelle – häufig in Originalfarbe, mit vollständiger Dokumentation und in technisch einwandfreiem Zustand – können heute weit höhere Summen erzielen als noch vor ein paar Jahren.

Ob Schwalbe oder S51: Restaurierung, Reparatur und Pflege nehmen Fans sehr ernst

Ein Blick in die Hallen von Restauratoren zeigt, wie ernst manche Liebhaber ihr Hobby nehmen. Mopeds und Roller werden mit Liebe zum Detail wieder aufgebaut: von der Lackierung über Motorrevisionen bis hin zur originalgetreuen Reproduktion von seltenen Teilen.

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Ein Beispiel aus dem Harz zeigt, wie weit diese Leidenschaft gehen kann: Dort werden ausschließlich alte Simson-Gespanne und andere historische Zweiräder restauriert und für Ausstellungen oder Ausfahrten fit gemacht.

Manch ein Fan schmückt sogar seinen Weihnachtsbaum mit Teilen der Simson.
Manch ein Fan schmückt sogar seinen Weihnachtsbaum mit Teilen der Simson.
Foto: dpa

Für viele Sammler ist diese Pflegearbeit selbst ein großer Teil des Reizes. Sie verbindet mechanisches Verständnis mit dem Erhalt eines Stücks Technikgeschichte und bietet gleichzeitig sozialen Austausch mit Gleichgesinnten.

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Die Simson im 21. Jahrhundert: Ein gut gepflegter Schatz

Auch wenn heute keine Simson-Modelle mehr hergestellt werden, bleibt die Marke lebendig. Im Alltag taucht sie bei Ausfahrten, Treffen und im digitalen Austausch auf: Foren und Social-Media-Gruppen sind voll von Simson-Themen, Anzeigenportale bieten eine profunde Auswahl an den zweirädrigen Fahrzeugen.

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Simson hat mehr als eine Generation von Fahrern geprägt. Ob auf dem Weg zur Arbeit in den 1960er Jahren oder bei einem nostalgischen Treffen: Die Mopeds mit dem unverwechselbaren Klang zeigen, wie stark sich Technik und Emotion verbinden können.

Selbst für Menschen, die nie damit gefahren sind, besitzt die Marke Simson einen Wiedererkennungswert wie nur wenige andere Fahrzeuge.