Rasender Millionär

Mit 417 km/h auf der A2: Jetzt äußert sich der Fahrer zu seiner Highspeed-Aktion

Mit einer Geschwindigkeit von 417 km/h raste ein Millionär aus Tschechien in seinem Bugatti über die A2. Das Video dazu wird auf Youtube millionenfach geklickt und sorgt für neue Diskussionen über ein Tempolimit. Jetzt besuchte ein Fernsehteam den Mann in seiner Heimat Prag.

Aktualisiert: 21.09.2022, 13:53
Der Luxuswagen Bugatti Chiron verfügt über 1500 PS und kann Geschwindigkeiten von bis zu 420 km/h erreichen.
Der Luxuswagen Bugatti Chiron verfügt über 1500 PS und kann Geschwindigkeiten von bis zu 420 km/h erreichen. Foto: imago images/Zuma Press

Prag/Halle (Saale)/DUR/jsp – Die rekordverdächtige Spritztour des tschechischen Unternehmers Radim Passer auf der A2 sorgte Anfang des Jahres für viel Aufruhr. Mit bis zu 417 Km/h raste der Mann über die zu dem Zeitpunkt weitgehend leere Autobahn.

Die Staatsanwaltschaft Stendal ermittelte anschließend gegen den Mann, stellte das Verfahren wenig später jedoch ein, da es keine Hinweise für eine Straftat gegeben hat.

Mit 417 Km/h über die A2 im Bugatti Chiron: 1500 PS für zweieinhalb Millionen 

Ein Fernsehteam von Spiegel TV besuchte den Unternehmer jetzt in Prag. Passer stellt darin den Wagen vor, mit dem er Anfang des Jahres über die A2 raste: einen Bugatti Chiron. Das Auto gilt als das schnellste Serienauto der Welt und ist etwa zweieinhalb Millionen Euro wert. Der Bugatti Chiron verfügt über 1500 PS und kann Geschwindigkeiten von bis zu 420 km/h erreichen. Radim Passer besitzt nach eigenen Angaben zwei Bugattis.

In dem Interview erzählt der tschechische Unternehmer, dass er nicht glaubt, dass die Raserei eine wirkliche Gefahr sei. Er argumentiert, dass es kaum Verkehrsunfälle gibt, bei denen Menschen ums Leben kamen, weil ein Beteiligter über 300 km/h schnell war. Als Beispiel für eine viel tödlichere Aktivität nennt er das Bergsteigen.

Millionär rast mit 417 Km/h über di8e A2: Youtube-Videos werden millionenfach geklickt

Auf Youtube veröffentlicht Radim Passer Videos von seinen regelmäßigen Ausflügen auf deutschen Autobahnstrecken ohne Tempolimit. Am liebsten fährt er am frühen Sonntagmorgen. "Da ist der Verkehr am ruhigsten und es gibt praktisch keine Lkws", sagt Radim Passer im Interview. Außerdem müsse die Strecke dreispurig und für etwa zehn Kilometer gerade verlaufen, damit derartige Touren möglich seien.

Ein Video sorgte für besonders viel Aufmerksamkeit. Es ist das Video von der berühmten Spritztour auf der A2 in Sachsen-Anhalt, in der er die Rekordgeschwindigkeit von 417 km/h erreichte. Aufgrund des Videos wurde die Staatsanwaltschaft in Stendal auf den Raser aufmerksam. Auf Youtube wurde die Sequenz bereits über 15 Millionen Mal angeschaut.

Aufgenommen wurde das Video in Sachsen-Anhalt.

417 km/h: Keine Straftat auf deutschen Autobahnen

Ein Strafbestand liegt in Deutschland bei solchen Geschwindigkeiten allerdings nicht vor, wie die Staatsanwaltschaft in Stendal letztlich feststellte und die Ermittlungen gegen den tschechischen Unternehmer fallen ließ. Radim Passer wusste dies schon vorher, sagt er im Interview mit Spiegel TV. Er habe sich vorab bei seinen deutschen Anwälten abgesichert. 

Tschechische Polizei erweitert Fuhrpark mit Ferrari

In dem TV-Beitrag wird auch der neue Dienstwagen der tschechischen Polizei vorgestellt: ein Ferrari 458 Italia. Dieser wurde bei Ermittlungen beschlagnahmt und anschließend für rund 14.000 Euro zum Dienstwagen umgerüstet. Die tschechischen Steuerzahler sehen die Investition eher kritisch, heißt es im Video.