Entscheidung hinfällig?

Warum Schkopau an Leader-Förderregion „Geisentaler Seenland“ zweifelt

Von Laura Nobel
Torsten Ringling, Bürgermeister der Gemeinde Schkopau
Torsten Ringling, Bürgermeister der Gemeinde Schkopau (Foto: Wolfgang Kubak)

Schkopau/MZ - Die Gemeinde Schkopau ist sich noch unsicher, wie sinnvoll es ist, sich der neu entstehenden Leader-Förderregion „Geisentaler Seenland“ um Merseburg anzuschließen. In der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses wurde darüber diskutiert, ob die Gemeinde in der lokalen Arbeitsgruppe „Montanregion Sachsen-Anhalt Süd“ bleiben soll oder in die neue Arbeitsgruppe wechseln will. Zu einer Empfehlung für den Gemeinderat kam es dabei nicht, da noch einige Fragen offen waren.

Dabei bleibt der Gemeinde womöglich nichts anderes übrig, als sich dem „Geiseltaler Seenland“ anzuschließen. Denn: Förderregionen müssen räumlich miteinander verbunden sein. Bad Dürrenberg hatte sich bereits dazu entschlossen, in der Montanregion zu verbleiben. Leuna hingegen hat die Willenserklärung abgegeben, Teil der neuen Förderregion zu werden. Damit fehlt Schkopau nun die Verbindung zur Montanregion.

„Für Schkopau besteht kaum noch realer Handlungsbedarf“

„Für Schkopau besteht also kaum noch realer Handlungsbedarf. Es sei denn wir wollen unbedingt in der Montanregion Sachsen-Anhalt Süd bleiben“, erörterte Bürgermeister Torsten Ringling (parteilos). Er sehe durchaus Vorteile darin, sich der neuen Arbeitsgruppe anzuschließen, dies sei jedoch auch mit organisatorischen Herausforderungen verbunden. Kritisch sieht der Verwaltungschef den Namen „Geiseltaler Seenland“, der aktuell noch Arbeitstitel ist. „Die Betonung des Geiseltaler Sees könnte zu einer zu starken Fokussierung auf diese Region führen.“ Ziel sei es, dass sich die Chancen auf Förderungen verbessern.

Die anwesenden Gemeinderäte zeigten sich zum Teil skeptisch der neuen Förderregion gegenüber. „Was soll sich für uns verbessern in der neuen Gruppe? Dazu fehlen mir die Vor- und Nachteile“, sagte Dana Ewald (SPD). Auch Udo Arno Schmidt (Pro Döllnitz) ist nicht überzeugt. „Wenn Bad Dürrenberg rausfällt, sind wir hier oben wie die letzten Mohikaner.“ Die Fokussierung der Arbeitsgruppe auf die südliche Region um den Geiseltaler See müsse grundlegend überarbeitet werden, ansonsten gebe es für Schkopau keinen Grund, sich anzuschließen.

Da es am Ende der Diskussion noch viel Klärungsbedarf gab, zum Beispiel wie viele Anträge Schkopau in der Vergangenheit überhaupt gestellt hat und wie viele davon bewilligt wurden, soll die Beratung zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden. In der nächsten Sitzung des Hauptausschusses sollen alle noch offenen Fragen beantwortet werden, um anschließend zu einer Entscheidung zu kommen.