Von Volkssolidarität bis Rehasport

Normalität kehrt im Vereinsleben im Saalekreis ein - fast

Viele Corona-Beschränkungen sind jetzt weggefallen. Von Volkssolidarität bis Rehasport kommen die Mitglieder wieder zusammen.

Von Diana Dünschel
Ganz wie vor Corona lief die erste Probe der Alt-Stimmen des Chors vom Kultur- und Heimatverein Mücheln nicht ab. Die Damen mussten zum Beispiel auf genügend Abstand zueinander achten.
Ganz wie vor Corona lief die erste Probe der Alt-Stimmen des Chors vom Kultur- und Heimatverein Mücheln nicht ab. Die Damen mussten zum Beispiel auf genügend Abstand zueinander achten. (Foto: Diana Dünschel)

Mücheln/MZ - Die Zahl der aktiven Coronafälle im Saalekreis ist wie der Inzidenzwert erfreulich niedrig. Land und Kreisverwaltung lockern daher die Beschränkungen. Das bedeutet auch für die Vereine, dass ein Neustart ihrer Aktivitäten möglich ist. Wie der gelingt, zeigen die folgenden Beispiele aus Mücheln:

Senioren noch vorsichtig

Bei der Ortsgruppe der Volkssolidarität Mücheln hatte die Vorsitzende Ingeborg Kunte vergangene Woche die Volkshelfer, also die Kassiererinnen, erstmals seit anderthalb Jahren wieder ins Domizil im Schützenhaus zur Sitzung eingeladen. Nach dem offiziellen Teil durfte bei Kaffee und Kuchen dabei ein Schwätzchen natürlich nicht fehlen.

„Ich bin froh, dass alles so gut verlief“, zog die 86-jährige „Chefin“ dabei eine Corona-Bilanz. „Wir haben uns gegenseitig geholfen und waren für unsere Mitglieder da.“ Das Verbindung halten und kümmern sei manchmal „verdammt schwer“ gewesen, gab sie zu. Denn alles musste ja per Telefon und aus der Ferne passieren. Aber der Einsatz sei gut angekommen. „Wir haben Lob geerntet. Die Mitglieder haben sich bedankt. Das freut einen.“

Ein ähnliches Treffen plant Ingeborg Kunte nun in 14 Tagen mit ihrem Vorstand. „Aber größer sollen sie erst einmal nicht werden“, bezog sie sich auf traditionelle Veranstaltungen wie Seniorennachmittage, den Geburtstag des Monats oder einfach das gemeinsame Kaffee trinken. „Denn wir sind dann schnell mal 100 Leute“, ist die Müchelnerin noch sehr vorsichtig. Da warte sie lieber auf die offizielle Freigabe.

Ein erstes Wiedersehen seit Oktober fand vergangene Woche auch für die Damen aus dem Chor des Kultur- und Heimatvereins Mücheln statt, zumindest für die Alt-Stimmen. Carola Steup hatte zur Probe in den Bürgersaal geladen. „Der Plan der Liederliste ist abgestimmt auf unser erstes Konzert“, verriet sie vorab.

Chor muss einiges beachten

Denn nach schöner Tradition wolle der Chor am Sonntag des ersten Septemberwochenendes in der Kirche des Ortsteils St. Ulrich ein Abendkonzert mit deutschen Volksliedern geben. Das sei lange vorbereitet. „Viele der 18 Lieder können wir schon gut“, konnte sie berichten. Ob eventuell noch Neues einstudiert werde, wisse sie im Moment nicht. Doch auch bis zum zweiten Auftritt am 3. Oktober sei es nicht mehr lange hin. Dann werde sich der Chor wie 2020 an der bundesweiten Aktion „Deutschland singt“ beteiligen. Alle Bürger seien dazu auf den Marktplatz eingeladen.

So schön dieses erste gemeinsame Singen nach der langen Pause für alle Beteiligten auch war, es mussten doch für die Genehmigung noch viele Regeln eingehalten werden. Eine Liste mit den Anwesenden und ihre Kontaktdaten wurde gefordert und ein Zwei-Meter-Abstand zwischen den Stühlen. Zudem durften höchstens 20 Personen zusammenkommen. Deshalb probe jede Stimmlage erst einmal für sich, erklärte Carola Steup, die mit ihren Damen der Alt-Stimmen jetzt wieder jeden Mittwoch ihrem Hobby nachgeht. „Hoffentlich wird es irgendwann wieder eine gemeinsame Probe geben“, fügte sie hinzu.

Wie sehr hat sie denn persönlich ihren Chor vermisst? „Mir fehlte meine Freizeitgestaltung. Der Chor nimmt einen großen Raum in meinem Leben ein. Ich kümmere mich um die Noten, erledige die Öffentlichkeitsarbeit, leite die Probe der Alt-Stimmen“, sagte da die Apothekerin. Man habe zwar Kontakt zueinander gehalten mit Mail und WhatsApp und sich nie aus den Augen verloren. Aber sie selbst habe deutlich gemerkt, dass sie plötzlich viel Zeit hatte, die es sinnvoll auszufüllen galt. Da habe sie sich dem Klavierspielen gewidmet.

Immerhin: Mancher Verein musste herbe Mitgliederverluste durch Corona hinnehmen. Der Chor des Kultur- und Heimatvereins erhält vielleicht sogar Zuwachs. Eine interessierte, sangesfreudige neue Mitstreiterin konnte bei dieser ersten Probe begrüßt werden.

Herzsportgruppe trifft sich

Sehr gut gefüllt sind auch bereits wieder die Rehasport-Kurse beim Gesundheitssportverein Geiseltal, der im früheren Einkaufszentrum im Eptinger Rain in Mücheln sein Domizil hat. Das sei anfangs, als für die Teilnahme noch ein negativer Test verlangt wurde, nicht so gewesen, erfuhr die MZ auf Nachfrage. Doch das Zögern sei vorbei. Sogar die Herzsportgruppe habe ihren Kursbetrieb wieder aufgenommen.