Debatte um Vandalismus

Nach geköpfter Büste im Kurpark Bad Lauchstädt: Schüler schreiben Brief – Geldgeber bleiben neutral

Nach Hausverbot gibt es von Land und Kreis Gesprächsappelle.

Von Robert Briest 24.11.2021, 14:30 • Aktualisiert: 24.11.2021, 17:43
Die zerstörte Büste von Christiane von Goethe, der Ehefrau Johann Wolfgang von Goethe.
Die zerstörte Büste von Christiane von Goethe, der Ehefrau Johann Wolfgang von Goethe. Foto: René Schmidt

Bad Lauchstädt/MZ - Im Streit um das Hausverbot für Angehörige der Goethe-Schule im Bad Lauchstädter Kurpark melden sich nun auch die Schüler zu Wort. In einem Brief an René Schmidt, Geschäftsführer der Kuranlagen, fordert etwa die Klassensprecherin einer zehnten Klasse zeitnahe Gespräche, um eine Lösung zu finden. Der von Schmidt vorgeschlagene Zeitpunkt im Januar sei zu spät.

Ausgesprochene Hausverbot gegenüber den Lehrern und allen Schülern sei überzogen

Der Theater-Chef hatte das Hausverbot für die Kuranlagen vergangene Woche gegen alle Schüler und Lehrer verhängt, nach dem ein Schüler die wertvolle Büste von Goethes Ehefrau Christiane Vulpius enthauptet hatte – wie dieser gegenüber der Schule angab, versehentlich beim Toben. Für den Geschäftsführer war dieser Vorfall allerdings nur die Spitze eines Eisbergs an Vandalismus, für den er die Schule verantwortlich machte.

Es erschüttere sie, von neuen Randalen in und um den Park zu hören, schreibt die Klassensprecherin: „Trotz allem empfinde ich das ausgesprochene Hausverbot gegenüber den Lehrern und allen Schülern für überzogen.“ Sie regt stattdessen an, mit der Schulleitung über Projekttage oder ähnliche Aktionen nachzudenken.

Lösung über Folgen des Vandalismuses im Kurpark muss vor Ort gefunden werden

Der Saalekreis, Geldgeber der Kuranlagen und zugleich Schulträger der Goethe-Schule, möchte sich inhaltlich nicht zum Hausverbot äußern, da er bis heute weder von der Schule noch vom Geschäftsführer in den Angelegenheit eingebunden worden sei. Die Verwaltung empfiehlt aber zeitnah Gespräche zwischen beiden Seiten.

Ähnlich äußert sich auch die Staatskanzlei: „Das Aussprechen von Hausverboten ist zunächst eine Frage des Hausrechts, über das der Geschäftsführer entscheidet. Eine Lösung muss vor Ort gefunden werden, vorzugsweise in weiteren Gesprächen zwischen der Direktorin und dem Geschäftsführer des Goethe-Theaters Bad Lauchstädt, René Schmidt“, hieß es auf Anfrage aus Magdeburg.

Keine Rückendeckung aus dem Bildungsministerium

Das Land ist der alleinige Gesellschafter der GmbH, die die Kuranlagen und das Goethe-Theater bewirtschaftet. Es ist zugleich jedoch auch Arbeitgeber der Lehrer, die nun von der Landes-GmbH mit einem Hausverbot belegt wurden. Rückendeckung aus dem Bildungsministerium erhalten diese allerdings nicht: Man bewege sich auf der gleichen Linie wie die Staatskanzlei, erklärte das Haus von Bildungsministerin Eva Feußner (CDU), in deren Wahlkreis Bad Lauchstädt liegt, lediglich.