Kindereinrichtung in Gröst

Kindereinrichtung in Gröst: Schachmatt in der Kita lernen

Gröst - Nina, Emma, Hannes und Annabelle wissen Bescheid. Die Knirpse aus der Kita „Pusteblume“ in Gröst können die Figuren auf dem Schachbrett nicht nur fehlerfrei aufstellen. Sie wissen auch genau, wie die einzelnen Figuren heißen, dass der Bauer nur geradeaus marschieren darf oder wann man bei diesem Spiel matt ...

Von Diana Dünschel

Nina, Emma, Hannes und Annabelle wissen Bescheid. Die Knirpse aus der Kita „Pusteblume“ in Gröst können die Figuren auf dem Schachbrett nicht nur fehlerfrei aufstellen. Sie wissen auch genau, wie die einzelnen Figuren heißen, dass der Bauer nur geradeaus marschieren darf oder wann man bei diesem Spiel matt ist.

Die Einrichtung ist eine von vier der Müchelner Kinderland Geiseltal gGmbH, die sich am Projekt „Kinderschach in Mitteldeutschland“ eines gleichnamigen Vereins beteiligen. Anfang Januar ging es in Gröst los. „Wir haben die Kinder gefragt, wer das Spiel gerne lernen möchte. Elf von ihnen machen mit. Die Jüngste hat gerade ihren vierten Geburtstag gefeiert. Die Ältesten in dieser Gruppe sind sechs“, sagt Kita-Leiterin Susann Bartel, die in den vergangenen acht Wochen genau wie die Mädchen und Jungen zum Schach-Fan wurde. „Ich hätte gar nicht gedacht, dass das so viel Spaß macht“, meint sie.

Das liegt ihr zufolge an zwei Dingen. Erstens gebe es mit Elke Schenk eine Erzieherin im Team, die sich bereits auskannte und die selbst schon als Kind das erste Mal mit Schach in Berührung kam, weil es ihr Onkel darin sogar zu Meisterschafts-Teilnahmen brachte.

Altersgerechte Übungshefte

Zweitens schwärmt die Kita-Leiterin von den zur Verfügung gestellten Materialien. Das Lehrheft für die Erzieher enthalte zum Beispiel für den Einstieg ein tolles Märchen von einem König, der aus Langeweile mit dem Schach spielen beginnt. Auch die Übungshefte für die Kinder seien altersgerecht gestaltet. „Alles ist super durchdacht und erklärt und richtig gut aufgebaut“, so Susann Bartel. Zum Nachmachen gebe es sowohl normale Schachbretter als auch ein XXL-Spielfeld mit dazu passenden großen Figuren.

Die Erzieherinnen staunen, wie schnell sich die Knirpse alles gemerkt haben. Schließlich würden ja auch Zahlen und Buchstaben dazugehören oder Begriffe wie „diagonal“. Man müsse bedenken, dass es sich um Vier- bis Sechsjährige handelt. Tatsächlich seien manche von ihnen vom Schach offensichtlich fasziniert, würden schon morgens nach den Schachbrettern fragen. Auch mehrere Eltern hätten das inzwischen aufgegriffen und würden mit ihren Sprösslingen zu Hause spielen.

Elke Schenk hat diese Woche den stolzen Mädchen und Jungen Urkunden für ihre erfolgreiche Teilnahme am Projekt überreicht. Auch Susann Bartel bekam eine. Damit soll das Thema Schach in der Kita „Pusteblume“ aber keineswegs beendet sein. „Wir werden das Spiel in unseren Alltag integrieren. Es wird Bestandteil unseres Konzepts werden. Schließlich fördert es das logische Denken“. verspricht die Leiterin. (mz)