Fruchtiges vom Feld

In Tollwitz und am Bäumchen haben Erdbeerflächen für Selbstpflücker geöffnet

In Tollwitz und am Bäumchen haben zwei Erdbeerflächen für Selbstpflücker geöffnet. Warum dieses Jahr noch im August Saison sein könnte.

Von Diana Dünschel
Romy (3, links) und Elenie (2) pflücken und naschen im Erdbeerfeld in Tollwitz.
Romy (3, links) und Elenie (2) pflücken und naschen im Erdbeerfeld in Tollwitz. (Foto: Katrin Sieler)

Tollwitz/Bäumchen - Romy (3) und Elenie (2) naschen und füllen ihr Körbchen, um sich die nächste Erdbeere gleich wieder in den Mund zu stecken. Die Mädchen aus Großkorbetha sind mit ihren Müttern gleich nach dem Abholen aus der Kita auf das Erdbeerfeld des sächsischen Landwirts Ingolf Tautz in Tollwitz gekommen. Dass den Kleinen die süßen roten Früchte schmecken, sieht man nicht nur an ihren Mündern, sondern auch am roten Fleck auf der Hose. Was dennoch im Korb gelandet ist, wird daheim genascht. Und auch die Oma soll etwas abbekommen.

Wer am Verkaufsstand ankommt, wird eingewiesen. Denn in vielen Reihen blühen die Pflanzen der späten Sorten gerade, und die Früchte brauchen noch zwei, drei Wochen, um zu reifen. Aber auch jetzt ist die Auswahl schon groß. 10 bis 18 Uhr ist täglich geöffnet. Für 4,90 Euro kann man eine fertige Schale gleich mitnehmen. Wer selbst pflückt, für den wird es billiger.

Kaltes Frühjahr sorgt für eine verzögerte Entwicklung der Früchte

Vom Betrieb Tautz ist Tollwitz dieses Jahr das einzige Selbstpflück-Erdbeerfeld, viele andere haben sich nicht mehr gelohnt. Ein weiteres gibt es aber gleich an der Kreisgrenze am Bäumchen. Es ist eines von sechs Feldern, die Martin Beck bewirtschaftet, der einen Landwirtschaftsbetrieb in Keutschen bei Hohenmölsen betreibt. Was beiden gemeinsam ist: Während im Vorjahr die Eisheiligen mit ihrer Kälte einigen Schaden angerichtet hatten, sorgte diesmal das kalte Frühjahr für eine verzögerte Entwicklung der Früchte. Richtig losgegangen mit der Freilandsaison ist es deshalb erst jetzt. Und möglich ist laut Beck, dass man in diesem Jahr nach dem verspäteten Start erstmals noch Anfang August ernten kann.

Am Bäumchen begrüßt diese Riesen-Erdbeere Pflücker.
Am Bäumchen begrüßt diese Riesen-Erdbeere Pflücker.
(Foto: Diana Dünschel)

Krisztina Paul-Farkas (39) kommt schon seit gut drei Jahren aus Bad Dürrenberg auf das Feld an der B 91. Auch diesmal helfen ihre Töchter. Es ist ein schweißtreibender Job, doch das Ergebnis entschädigt für manche Anstrengung. Marmelade wird aus den Früchten gemacht, aber auch Erdbeer-Limes, ein hochgeistiges Getränk, das neben Wasser, Zitronensaft, Zucker und Erdbeeren zu fast einem Drittel aus Wodka besteht. Beliebt ist auch Sekt, in den die Früchte gegeben werden. Versorgt werden mit der Ernte übrigens auch Großeltern, Mutter und Schwiegermutter. Und da man keinen eigenen Garten hat, wird sogar Holunder verarbeitet oder es entsteht aus Rhabarber Gelee.

Johanna Jacob ist 73 und steht am Verkaufstisch. „Das ist besser als allein zu Hause.“ 2,5 Kilogramm gehen in eines der Pappkörbchen. „Das Kilogramm kostet für Selbstpflücker 3,50 Euro.“ Etwas mehr muss man bezahlen, wenn man schon gepflückte Früchte nimmt. „Die meisten Leute kommen jedes Jahr. Wir sehen uns immer wieder.“ (mz)

Am Bäumchen ist das Erdbeerfeld täglich 8 bis 18 Uhr geöffnet, in Tollwitz täglich von 10 bis 18 Uhr.