Laga 2023 in Bad Dürrenberg

Grüne Spitzen am neuen Weinberg

Am Kurpark entsteht der Weinberg mit rund 900 Rebstöcken und unter den wachsamen Augen des zukünftigen Winzers.

Der Weinberg ist durchtrennt von einer Treppe, die ebenfalls gerade entsteht. Foto: Katrin Sieler

Bad Dürrenberg - Bündelweise sind die Rebstöcke mit einem Etikett versehen. Die kleinen Stämmchen wirken unscheinbar, sind aber schon über zwei Jahre gewachsen. „Jetzt ist die richtige Zeit, sie einzupflanzen“, sagt Marcel Schulze. Der Winzer aus Döschwitz bei Zeitz steht oben am Hang, während Rebstock für Rebstock tief in die Erde gesteckt wird. In diesen Tagen entsteht der Weinberg am südlichen Hang des Kurparks in Bad Dürrenberg. „Es ist das erste große Laga-Projekt, das fertig wird“, sagt Bürgermeister Christoph Schulze (CDU), während er die Arbeiten akribisch im Foto dokumentiert.

Im Minutentakt verschwinden die Stämmchen in der Erde, werden tief eingedreht, damit die Wurzeln gut verankert sind und weit in den Boden reichen. Während des Gesprächs geht Winzer Schulze noch einmal näher ran und bittet, die Rebstöcke ein Stück tiefer einzusetzen. Noch bewirtschaftet er die Hänge zwar nicht, er wird sie erst nach der Landesgartenschau übernehmen, steht jedoch jetzt schon mit Rat und Tat zur Seite.

An eine richtige, ertragreiche Ernte glaubt er erst im Jahr 2024

Ob die Rebstöcke im Jahr 2023 schon die ersten roséfarbenen Trauben der Sorte „Souvignier gris“ tragen werden? „Ich weiß es nicht, und wenn, bleibt nicht viel davon übrig“, sagt der Weinkenner und schmunzelt. An eine richtige, ertragreiche Ernte glaubt er erst im Jahr 2024, denn dann sind die Rebstöcke drei Jahre an ihrem Platz. Dann kann er den ersten Wein der ebenfalls noch jungen Rebsorte bei sich im Burgenlandkreis keltern.

Rebstöcke werden in Abständen von etwa einem Meter gesetzt. Zwischen den Reihen sind dann bis zu zwei Meter Platz.
Fotos: Melain van Alst

„Kritisch sind in diesem Jahr die Sommermonate Juli und August. Da hat man lange Wärme-und Trockenperioden“, fügt der Döschwitzer hinzu, während er weiter fest den Blick auf die Arbeiten am Hang gerichtet hat. Daher soll der Wein im ersten Jahr definitiv noch bewässert werden. So jedenfalls sehen es die Planungen der Landschaftsarchitekten vor, fügt das Stadtoberhaupt dann noch an.

Typische Weinbergoptik fehlt den Hängen am Kurpark noch

Das größte am Rebstock sind derzeit die Wurzeln, dagegen wurde der Stamm zurückgeschnitten und veredelt. Der grüne Wachs schützt das Gehölz, wird aber, sobald der Wein austreibt und wächst, von allein abgehen. Die typische Weinbergoptik fehlt den Hängen am Kurpark dagegen noch. Stäbe, die die 900 Rebstöcke stützen, werden einen Teil dieses Charakters herstellen. Darüber hinaus bekommen die gepflanzten Stämmchen noch eine Hülse drumherum. „Zum einen schützt das vor Wild, das junge Triebe anfressen könnte. Gleichzeitig wirkt es aber auch wie ein Gewächshaus und begünstigt das Wachstum des Weines“, erklärt der Winzer.

Historisch betrachtet, war an dieser Stelle des Kurparks wohl kein Weinberg. „Aber am Westhang war einer, das ist überliefert“, erklärt Bürgermeister Schulze. Zu Zeiten des Rittergutes gehörte auch ein Gutsgarten dazu, in dem der Wein gewachsen sei. Es gebe noch alte Stiche, auf denen die Rebstöcke am Hang gut zu erkennen seien. Vermutlich, so Schulze, sei der Wein dort noch vor 1810 angebaut worden. Später ist er dann verschwunden und kehrt nun als neu angelegter Weinberg an den sonnenreichen südlichen Hängen am Kurpark wieder zurück. (mz/Melain van Alst)