Corona

Freiwillige Impfangebote an Schulen: Saalekreis blickt zunächst auf ältere Teenager

Von Robert Briest
Der Landkreis will Impfungen an Schulen anbieten.
Der Landkreis will Impfungen an Schulen anbieten. (Foto: DPA)

Merseburg/MZ - Die Schulen stehen derzeit im Fokus der Pandemiebekämpfung. Denn in den vergangenen zwei Monaten betraf fast die Hälfte der Neuinfektionen im Saalekreis Kinder und Jugendliche. In den ersten sieben Unterrichtstagen seit Ferienende mussten sich die Schüler daher bereits vier Schnelltests unterziehen. Positive Befunde blieben dabei eine Rarität, dennoch will der Kreis nun Impfungen an Schulen anbieten. Dies bestätigte die Verwaltung am Freitag.

Das Angebot soll sich zunächst nur an die älteren Schüler über 16 Jahren richten und nur dort stattfinden, wo Bedarf besteht. Den fragt die Verwaltung derzeit bei den weiterführenden Schulen ab. Fix geplant sind bereits Besuche der mobilen Impfteams an der Berufsschule sowie an der Hochschule Merseburg. Teilweise, so erklärte Franziska Weidner, Büroleiterin des Landrats, hätten Schulen zurückgespiegelt, dass kein Bedarf bestehe, weil viele ihrer älteren Schüler schon geimpft seien.

„Die Grundaussage des Pandemiestabes ist es, dass der Schulbetrieb vorgeht.“

Insgesamt ist Sachsen-Anhalt mit einer Impfquote von 14,3 Prozent der 12- bis 17-Jährigen allerdings Schlusslicht in Deutschland. Auch Henrik Amende, Leiter der Gemeinschaftsschule Zöschen, sagt, bei ihm seien wohl nur sehr wenige Schüler geimpft. Denn fast alle müssten sich testen lassen. Er findet ein Impfangebot an Schulen daher gut, solange es auf freiwilliger Basis und ohne Gruppendruck geschehe. Auch Ralf Walzebok, Leiter des Gymnasiums Querfurt, betont, dass die Freiwilligkeit wichtig sei. Er finde es gut, dass das Angebot erst ab 16 Jahren erfolgen soll, einem Alter, wo die Schüler bewusst entscheiden können. Er rechnet damit, dass am Gymnasium Nachfrage bestehe.

Derweil hat der Pandemiestab am Freitag beschlossen, die von der Kultusministerkonferenz vereinbarten Regeln bei positiven Tests an Schulen zu übernehmen. Demnach sollen nur noch engste Kontaktpersonen der Betroffenen in Quarantäne, die die Schüler nach fünf Tagen mit einem PCR-Test beenden könnten. Derzeit sei allerdings noch die Schwierigkeit, die Schulen dazu zu bringen, tatsächlich nur noch den engsten Kontaktbereich zu benennen, berichtete Franziska Weidner und erklärte: „Die Grundaussage des Pandemiestabes ist es, dass der Schulbetrieb vorgeht.“