Tod nach Corona

Die meisten Verstorbenen in der vierten Welle im Saalekreis waren ungeimpft

Zahlen des Gesundheitsamts stützten Aussagen zu Wirksamkeit der Coronaimpfstoffe. Auch nach Alter und Geschlecht unterschied sich die Häufigkeit der Sterbefälle.

Von Robert Briest Aktualisiert: 17.01.2022, 15:04
Robert Michael/dpa-Zentralbild/drgfZoeeRs88vF49iu59Vtfa01ac
Robert Michael/dpa-Zentralbild/drgfZoeeRs88vF49iu59Vtfa01ac Robert Michael/dpa-Zentralbild/d

Merseburg/MZ - Eine Impfung reduziert das Risiko eines schweren Covid-Verlaufs und damit auch das Sterberisiko. Diese Position vertreten seit fast einem Jahr das RKI und ein Großteil von Medizinern und Gesundheitspolitikern. Dass diese Aussage stimmt, dafür spricht auch das Pandemiegeschehen im Saalekreis, wie eine Auswertung des Gesundheitsamtes auf Anfrage der MZ zeigt. Demnach war die überwiegende Zahl der Menschen, die im Zuge der vierten Welle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben sind, ungeimpft.

Konkret hat das Gesundheitsamt von August 2021 bis zum 9. Januar, also vergangenen Sonntag, 112 Todesfälle von Infizierten gezählt. Die jüngste Betroffene war lediglich 34 Jahre alt. Eine Ausnahme. Alle anderen Verstorbenen waren über 50, das Gros sogar über 70 Jahre alt. Die älteste Infizierte, die im Zuge der vierten Corona-Welle verstorben ist, war 100. Auffällig ist zudem, dass etwas mehr Männer (60) als Frauen (52) unter den Verstorbenen sind. Das deckt sich mit den Todeszahlen in ganz Deutschland.

Todesfälle in der vierten Welle im Saalekreis
Todesfälle in der vierten Welle im Saalekreis
(Quelle: Saalekreis)

Deutlicher als beim Geschlecht ist der Unterschied allerdings, wenn man den Impfstatus der Todesfälle betrachtet. Von den 112 Verstorbenen waren lediglich 37 vollständig geimpft. 75 waren dagegen ungeimpft oder der Impfstatus war offiziell unbekannt. Doch auch in diesen Fällen, so erklären Gesundheitsamt und Mediziner auf Nachfrage, sei davon auszugehen, dass die Betroffenen nicht geimpft waren.

Berücksichtigt man nun, dass der Saalekreis mit 62 Prozent vollständig Geimpfter zwar die niedrigste Impfquote in Sachsen-Anhalt hat, aber die Impfquote bei den Über-60-Jährigen landesweit deutlich höher liegt als in der Gesamtbevölkerung (86,9 zu 69,4 Prozent) verstärkt sich der Unterschied in Relation. Bemerkenswert ist zudem, dass unter den verstorbenen Geimpften lediglich zwei jünger als 60 waren, bei den Ungeimpften beziehungsweise jenen mit unbekannten Impfstatus, waren es sieben.

Von den fünf Todesfällen, die das Gesundheitsamt in der laufenden Woche vermeldete, waren vier Betroffene ungeimpft, bei einem war der Impfstatus unbekannt. Insgesamt zählte der Saalekreis seit Beginn der Pandemie 472 Menschen, die im Kontext einer Infektion gestorben sind.