Aus VfB Imo wird der 1. FC

Aus VfB Imo wird der 1. FC: Merseburgs Oberliga-Aufstieg ist perfekt

Merseburg - Die Entscheidung ist gefallen. Der VfB Imo Merseburg wird ab der kommenden Saison in der Oberliga Süd spielen. Dann allerdings unter dem Namen „1. FC Merseburg“. Damit hat die Rätselei um die mögliche Wahrnehmung des Aufstiegsrechts ein ...

Von Olaf Wolf 10.05.2019, 10:26

Die Entscheidung ist gefallen. Der VfB Imo Merseburg wird ab der kommenden Saison in der Oberliga Süd spielen. Dann allerdings unter dem Namen „1. FC Merseburg“. Damit hat die Rätselei um die mögliche Wahrnehmung des Aufstiegsrechts ein Ende.

„Wir haben uns gemeinsam mit den Sponsoren zusammengesetzt und sind im Ergebnis der Gespräche zu diesem Entschluss gekommen. Wir stellen uns der Herausforderung“, sagt Imo-Vorstands-Chef Uwe Fruhen.

Der Verein hatte bereits Anfang des Jahres beim Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) die erforderlichen Unterlagen für die Oberliga eingereicht. Und das im Übrigen als einziges Team, da sowohl Tabellenführer Amsdorf, als auch der derzeitige Dritte der Verbandsliga Ammendorf auf einen Aufstieg verzichtet hatten.

VfB Imo Merseburg mit außergewöhnlicher Saison

Das Team von Trainer Recardo Egel lieferte bisher eine außergewöhnliche Saison ab. Von den insgesamt 26 Pflichtspielen wurden 25 nicht verloren. Nur gegen Tabellenführer Amsdorf unterlagen Kudyba, Seidemann und Co. knapp mit 1:2.

Höhepunkt war ohne Zweifel das Landespokalspiel gegen den Halleschen FC, den sie lange Zeit in Schach hielten. Egel formte nach seiner Amtsübernahme innerhalb kürzester Zeit aus der Mannschaft ein Team, dass auch in der Oberliga ein Chance hätte.

„Dass, was wir gemeinsam mit dem Kader geleistet haben, ist sensationell“, sagt Recardo Egel über seine Truppe. „Ich möchte meiner Mannschaft ein großes Kompliment dafür aussprechen, dass wir das so hinbekommen haben. Die Jungs liegen mir ungemein am Herzen. Und wir haben die geile Chance, Amsdorf noch vom Thron zu schubsen“, fügt er hinzu.

Bleibt Trainer Recordo Egel in Merseburg?

Recardo Egel hat es geschafft, mit einem dezimierten Kader, im Winter hatte er gleich sechs Abgänge zu verkraften, das Leistungsniveau zu halten. Er integrierte den vereinseigenen Nachwuchs in die erste Mannschaft und kitzelte aus dem Team Woche für Woche Höchstleistungen heraus.

Allerdings hat Imo Merseburg beziehungsweise der 1. FC Merseburg nun einige Hausaufgaben zu machen. Da man laut Fruhen nicht zur „Fahrstuhlmannschaft“ werden wolle, sind unbedingt Verstärkungen erforderlich, muss zwangsläufig auch das Budget dem der Oberliga angepasst werden. Damit kann der Verein allerdings nicht bis zur Sommerpause warten, muss jetzt entsprechende Gespräche mit Spielern führen und Transferentscheidungen treffen.

Das geht aber nur mit dem Trainer. Doch macht der überhaupt weiter? Sein Erfolg mit Merseburg hat sich längst herumgesprochen, andere, höherklassige Vereine fänden seine Verpflichtung sicher interessant. Mit dem Trainer muss also unbedingt gesprochen werden. Er selbst wollte sich auf Nachfrage nicht konkret zu seiner Zukunft äußern.

Merseburgs Kay Seidemann spielt beim FSV Zwickau vor

Zugleich sollte der Verein vermeiden, dass seine Mannschaft auseinanderfällt. Leistungsträger, wie Kay Seidemann müssen gebunden werden. Der spielte just in dieser Woche beim FSV Zwickau vor. Spätestens jetzt sollten also bei Imo die Alarmglocken läuten. „Wir werden eine schlagkräftige Truppe aufstellen“, ist sich der Vorstand-Chef der Merseburger sicher.

Und noch ein Thema muss schnellstens geklärt werden: Laut Uwe Fruhen wächst der Verein durch den Zusammenschluss mit den 99ern auf etwa 350 bis 400 Mitglieder. Alle Mannschaften ab der G-Jugend sollen doppelt besetzt werden. Doch wo sollen sie spielen? Das Gelände am Ulmenweg reicht keinesfalls dafür aus.

Hilft die Stadt Merseburg dem 1. FC in Sachen Stadion?

Auch die Frage, wo der 1. FC Merseburg in der kommenden Saison spielen wird, ist nach wie vor ungeklärt. Die Nutzung des Stadtstadions steht außer Frage. Allerdings wird der Verein kaum die Betriebskosten von rund 150.000 Euro aufbringen können. Hier ist die Stadt Merseburg gefragt.

Bleibt noch das Positive: Bei Imo Merseburg verbessern sich mit dem Zusammenschluss die Möglichkeiten, die Nachwuchsarbeit zu forcieren. Imo ist dahingehend bereits ein Aushängeschild. Nicht umsonst sind sie Landesleistungsstützpunkt.

Bleibt zu hoffen, dass die Merseburger die vielen Aufgaben bis zum Beginn der neuen Saison lösen können. Sonst droht ihnen der schnelle Abstieg. Das hätten sie nicht verdient. (mz)