Debatte um Standort

An diesen fünf Plätzen könnte die Therme in Bad Lauchstädt gebaut werden

Goethestadt verhandelt mit den Besitzern der Grundstücke.

Von Robert Briest
Bad Lauchstädt debattiert über den Standort einer Therme.
Bad Lauchstädt debattiert über den Standort einer Therme. (Foto: imago0051177753h)

Bad Lauchstädt/MZ - Bad Lauchstädt will eine Therme bauen. Das hatte der Stadtrat im Frühjahr unter der Maßgabe, dass hinreichend Fördermittel für das fast 50-Millionen-Euro-Projekt fließen, beschlossen. Doch wo die Freizeiteinrichtung samt Tiefgarage, zu der nach den Vorstellungen des Rathauses ein Investor auch noch ein Hotel errichten soll, hinkommen soll, ist aktuell unklar. In der Machbarkeitsstudie und der Diskussion vor der Ratsentscheidung war eine bisherige Freifläche im Wohngebiet Schillerhöhe als präferierter Standort im Gespräch. Das hatte bei Teilen der Anwohner zu Unmut geführt, weil sie Verkehrs- und Lärmbelästigung durch die Attraktion fürchten.

Stadt besitzt nirgends ein Grundstück, das ausreichend groß ist

Nun scheint das Standortrennen allerdings wieder offener zu sein. Im Kultur- und Sozialausschuss wurde kürzlich der Sportplatz an der Halleschen Straße als Option diskutiert. Bürgermeister Christian Runkel erklärt nun sogar: „Wir haben fünf Standorte für die Therme im Blick. Wir können derzeit noch nicht sagen, wo sie hin soll.“

Aktuell laufen laut Rathauschef die Gespräche und Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern der fünf Areale. „Wir müssten bei allen fünf zumindest Teilflächen erwerben. Die Stadt besitzt nirgends ein Grundstück, das ausreichend groß ist, um alles, was geplant ist, unterzukriegen.“ Wenn die Angebote für alle Flächen vorlägen, wolle man sich auf einen Standort festlegen, erklärt Runkel, der die Lage der übrigen drei infrage kommenden Optionen nicht nennen will – aus Sorge vor dann steigenden Preisen. Dasselbe fürchtet er auch, sollte sich die Goethestadt zu früh auf eine Variante festlegen.

Noch in diesem Jahr Fördermittel und Baugenehmigungen beantragen

Aus Sicht des Bürgermeisters gibt es dafür aktuell ohnehin keinen Zeitdruck. Die ursprüngliche Idee, die Fördermittel gleich für das Gesamtpaket inklusive Straßensanierungen und Parkhausneubau am Freibad zu beantragen, musste die Verwaltung nach Gesprächen mit der Investitionsbank des Landes verwerfen. Um aus dem angepeilten EU-Fördertopf für Tourismusprojekte Geld für die Therme zu bekommen, braucht die Goethestadt zunächst den Status als Kurort.

Dafür sollen in einem ersten Schritt - ebenfalls mit Fördermitteln - Kuranwendungen wie Kneippbecken und ein kleines Gradierwerk im Oktaeder und den Arkaden im Kurpark entstehen. „Unser Ziel ist es, dafür noch in diesem Jahr Fördermittel und Baugenehmigung zu bekommen, so dass wir nächstes Jahr anfangen können.“ Und im Idealfall fertig werden. Dann könnte die Stadt den Kurortstatus beantragen und, so Runkels Hoffnung, 2023 auch das Geld für die Therme.