Rätsel um Mutter

Vermisste Yolanda aus Leipzig: Hat Scientology etwas mit dem Verschwinden zu tun?

Der Fall um die verschwundene Studentin Yolanda Klug aus Leipzig bleibt mysteriös: Kann tatsächlich ihre Religion etwas damit zu tun haben? Und auch Yolandas verschwundene Mutter soll Scientology-Mitglied gewesen sein.

11.07.2022, 14:09
Die Studentin Yolanda Klug wird seit Septmeber 2019 vermisst. Führt eine Spur zu Scientology?
Die Studentin Yolanda Klug wird seit Septmeber 2019 vermisst. Führt eine Spur zu Scientology? (Fotos: Polizei)

Leipzig/DUR/mad – Seit nunmehr knapp drei Jahren wird die Leipziger Studentin Yolanda Klug vermisst. Die damals 23-Jährige verschwand spurlos auf dem Weg zum Möbelhaus Ikea in Günthersdorf (Saalekreis). Auch in Halle, wo sie sich anschließend mit einer Freundin an der Kunsthochschule Burg Gebichenstein treffen wollte, kam sie nie an.

Die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" hatte den Fall kürzlich noch einmal zum Thema gemacht. Die Ermittler hofften auf neue Spuren, in dem mysteriösen Vermisstenfall. Und tatsächlich gingen auch ein paar wenige Hinweise ein.

In der Sendung wurde auch eine mögliche Verbindung zu Scientology erwähnt. Yolanda hatte demnach Kontakt mit der umstrittenen religiösen Bewegung. Nach Aussagen ihres Vaters Peter Klug hatte Yolanda zumindest einen „kleinen Kurs“ bei Scientology besucht. Auch Dorothea Benndorf, Sprecherin der Leipziger Polizei, hatte dies in der Sendung bestätigt: "Wir haben auch die Rolle des Glaubens von Yolanda in unsere Ermittlungen einbezogen, insbesondere auch ihren Austritt bei Scientology." Ein Zusammenhang damit könne bis heute nicht ausgeschlossen werden, hieß es.

Yolandas Vater erklärte am Tag nach der Sendung gegenüber einer Zeitung, dass er sich nicht zu seiner eigenen möglichen Mitgliedschaft bei Scientology äußern wolle. Religion und Glauben seien Privatsache.

Yolandas Mutter auch verschwunden: Spur verliert sich in Südafrika

Wie nun berichtet wird, sollen sowohl Yolandas Mutter, ihr Vater und ihr Stiefvater Scientologen sein oder gewesen sein, und das zum Teil sogar in leitenden Positionen. Dies gehe aus einem Blogeintrag der "Freien Anti Scientology Aktivisten" aus der Schweiz hervor, berichtet das Portal t-online.

Recherchen des Portals hätten ergeben, dass Yolandas Mutter, Annette Margarete Löffler, jahrelang als Pressesprecherin von Scientology in Basel tätig war. Seit der Trennung von Yolandas Vater trage sie den Nachnamen Löffler, heißt es. Noch im Jahr 2007 sei sie unter dem Namen Annette Klug am Aufbau eines Scientology-Ablegers in Freiburg beteiligt gewesen. Sowohl am Standort Freiburg als auch in Basel trat sie offen als Stimme von Scientology in den Medien auf, Zeitungsberichte würden das dokumentieren.

Bemerkenswert ist ebenso, dass auch Yolandas Mutter seit einigen Jahren verschwunden sein soll. Annette Löfflers Spur verliere sich in Südafrika, so der Bericht. Demnach soll es nach der Trennung von Peter zu einem Bruch in der Familie gekommen sein. Mutter Annette, ihr neuer Partner und Yolandas jüngere Schwester haben Europa demnach in Richtung Südafrika verlassen. Dies habe ein ehemaliger Freund der Familie erklärt.

Fall Yolanda: Ehemaliger Lehrer schickte ihr Telegram-Nachricht - die wurde gelesen

Im Bericht kommt dann auch ein ehemaliger Lehrer zu Wort, der Yolanda als "sehr speziell" bezeichnet. Sie sei offenbar die einzige in der Familie gewesen, die nicht bei Scientology mitmachen wollte. Dies sei beunruhigend, da von Scientology-Gegnern zu hören sei, dass es oft als Problem angesehen werde, wenn Angehörige von hohen Scientology-Mitgliedern nicht dabei wären.

Zudem habe er versucht, Yolanda nach ihrem Verschwinden am 25. September 2019 über den Messengerdienst Telegram zu kontaktieren. Er habe zwar keine Antwort bekommen, aber ihr Aktivitätsstatus habe sich zwei Wochen nach Yolandas Verschwinden auf "Kürzlich gesehen" geändert. Was bedeuten würde, dass sie online war – oder irgendjemand mit ihrem Handy.

Er habe das natürlich auch der Polizei gemeldet, bisher aber keine Rückmeldungen dazu erhalten. Auch danach habe er Yolanda weiter über Telegram angeschrieben, jedoch nie eine Antwort erhalten. Für ihn sei ausgeschlossen, dass Yolanda ihrer Mutter und ihrer Schwester ins Ausland gefolgt sein könnte. Aber er könne natürlich auch nicht beweisen, dass Yolandas Verschwinden etwas mit Scientology zu tun hat. Vielleicht sei ihr auch einfach ihre offene Art zum Verhängnis geworden und sie sei Opfer eines „ganz normalen“ Verbrechens geworden, schließt der Bericht.