„Nicht alle über einen Kamm“

Tausendfacher Motorrad-Protest in Leipzig gegen mögliche Fahrverbote

Tausende Motorradfahrer beteiligen sich an einer Demo des „Runden Tischs Leipzig und Region“.
Tausende Motorradfahrer beteiligen sich an einer Demo des „Runden Tischs Leipzig und Region“. (Foto: Hendrik Schmidt/dpa)

Leipzig (dpa) - Rund 5.000 Motorradfahrer haben in Leipzig friedlich gegen mögliche Fahrverbote in Deutschland protestiert. Damit kamen am Sonntag nur halb so viele Menschen wie erwartet, die Veranstalter hatten 10.000 Teilnehmer angemeldet. Sven Leune, Mitorganisator vom „Runden Tisch Leipzig und Region“, zeigte sich ob der verhaltenen Resonanz leicht enttäuscht. Aber es habe bundesweit mehrere solcher Demonstrationen gegeben. Für Leipzig sei es die einzige in diesem Jahr gewesen.

Wegen einiger schwarzer Schafe unter den Motorradfahrern dürften nicht alle „über einen Kamm“ geschoren werden, sagte Leune. Mit Streckenverboten sei niemandem geholfen. Die Tour von der Neuen Messe bis zum Augustusplatz in der Innenstadt und die Kundgebung blieben nach Polizeiangaben ohne Störungen. Die Biker, darunter etwa 20 Prozent Frauen, wurden auch von Beamten auf Motorrädern begleitet.

Vor gut einem Jahr hatte der Bundesrat der Bundesregierung Wochenend-Fahrverbote für besondere Konfliktfälle nahegelegt - also in Gemeinden, wo die Bürger stark unter Motorradlärm leiden. Zudem soll die Geräuschemission auf einen Wert begrenzt werden, der in etwa dem eines Rasenmähers entspricht.