Vogelgrippe

Vogelgrippe: Stubenarrest als Schutz vor Ansteckung

Mark Zwuschen - Kein Gackern ist zu hören. Auf den weitläufigen Freiflächen des Bio-Hühnerhofs scharrt und pickt nicht ein Tier. Wer sich am Freitag dem Heidehof am Ortsrand von Mark Zwuschen nähert, bemerkt sofort, dass etwas anders ist als sonst.

Von Detlef Mayer

Kein Gackern ist zu hören. Auf den weitläufigen Freiflächen des Bio-Hühnerhofs scharrt und pickt nicht ein Tier. Wer sich am Freitag dem Heidehof am Ortsrand von Mark Zwuschen nähert, bemerkt sofort, dass etwas anders ist als sonst.

Landes-Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) hat wegen der um sich greifenden Geflügelgrippe - am Donnerstag wurde der Erreger H5N8 (für Menschen ungefährlich) erstmals auch in Sachsen-Anhalt nachgewiesen, bei einem toten Schwan im Jerichower Land und in einer kleinen private Hühnerhaltung im Harz - mit sofortiger Wirkung eine landesweite Stallpflicht für Geflügel angeordnet.

Und der Landkreis Wittenberg erließ am Freitag eine dementsprechende Verordnung, die Samstag auch per Amtsblatt öffentlich gemacht wird. Die Stallpflicht, bislang auf Gebiete mit einer besonderen Gefährdungslage (in der Nähe von Gewässern und Wildvogel-Flugrouten bzw. -Rastplätzen) beschränkt, gilt nun ohne Ausnahmen für alle Geflügelbestände.

Also muss auch das Familienunternehmen von Doris Stecher in Mark Zwuschen seine Legehennen in die Ställe verbannen. „Das betrifft bei uns rund 16.000 Tiere“, sagt Doris Stecher der MZ. Das Gros davon wird in Mark Zwuschen gehalten, knapp 1.000 Hühner aber auch in Löben. Sonst bekommen die Tiere „Stubenarrest“ ja nur verordnet, wenn es draußen stark regnet oder Unwetter drohen.

Als vorübergehende Erscheinung beeinträchtige die Stall- satt der Freilandhaltung den Status der Bio-Eier, die hier erzeugt werden, nicht, versichert die Heidehof-Chefin. „Und die Hühner haben ja ausreichend Platz in den Ställen.“ Allerdings kommt auf die insgesamt zwölf Beschäftigten - darunter etliche Teilzeitkräfte sowie eine Außenarbeitsstelle des Augustinuswerks für einen Menschen mit geistiger Behinderung - ein erhöhter Arbeitsaufwand zu: „Es muss mehr eingestreut und die Einstreu öfter gewechselt werden“, erklärt Doris Stecher.

„Da kommt jetzt öfter mal was Frisches rein.“ Unberührt vom Einstallen bleibt hingegen der Fütter-Modus. In Abständen bekommen die Hühner über 16 Stunden ihr Futter automatisch vom Band „serviert“. „Und acht Stunden ist Nachtruhe für die Tiere“, so die Chefin des Familienbetriebs. (mz)